Filmtipps

Anarchistische Filme bzw. Filme mit libertärem Bezug:

Spielfilme:

Sacco & Vanzetti, deutsch

Georg Elsner - Einer aus Deutschland, deutsch

Das Gespenst der Freiheit von Luis Bunuel: deutsch

Der große Diktator von und mit Charles Chaplin: deutsch

Land und Freiheit, deutsch

Raining Stones von Ken Loach

Eat the Rich

Matrix

Die Ritter der Kokusnuss

Das Leben des Brian

Themrock

Tierra y Libertad, spanisch

Libertarias, über die Mujeres Libres, 90 min, spanisch

CUBE (Canada 1997)

Cecil B. Demented (USA 1999 - Dagegen ist "Eat the Rich" gar nichts.)


Dokumentarfilme:

Manaufacturing Consent, Chomsky-Doku, 164 min, deutsch

Durruti: Biographie einer Legende, Doku von Enzensberger 1972, 63. min., deutsch

Die lange Hoffnung, mit Aufustin Souchy & Clara Thalmann, deutsch

Augustin Souchy Interviews,10 und 23 min., deutsch

Freie Arbeiterstimme, jüdische Anarchisten, 55 min., deutsch

Die Utopie leben, 90 min, deutsch

Spanien zwischen schwarz und rot, 4-teilige Dokumentation, jeweils 45 min., deutsch

Nestor Machnow, deutsch

Anarchosyndikalismus in Sömmerda, deutsch

Rudolf Rocker - Buchbinder und Anarchist, deutsch

Umsonst is dat nie -Widerstand gegen den Faschismus in Wuppertal an Hand der ArbeiterInnenjugend (u. a. SPD, KPD und FAUD!) mit Hans Schmitz, FAUD-Mitglied der 20-iger und 30-iger Jahre in Wuppertal), deutsch

Liebe und Anarchie - Acht Kurzfilme und Interviews mit Hans Schmitz (FAUD-MItglied der 20-iger und 30-iger Jahre in Wuppertal), deutsch

Rio Reiser - Ich bieg dir einen Regenbogen, deutsch

Unter der schwarzen Fahne - Anarchosyndikalismus in Spanien von 1936-985, deutsch

The Wobblies, 60 min., deutsch

Memoria subversiva, über Anarchismus und Anarchosyndikalismus in Portugal, 60 min, portugiesisch

Salvador puig anitch, 60 min, spanisch

El maquis a Cataluna, 60 min., spanisch

Entstehung von Land & Freedom


DIE UTOPIE LEBEN

Dokumentarfilm von Juan Gamero, F. Ríos, Mariona Roca und Mitzi Kotnik, TVE, Spanien 1997

DIE UTOPIE LEBEN behandelt die Spanische Revolution und wirft einen Blick auf die anarchistische Bewegung in Spanien. Der Film zeigt bislang wenig bekannte Seiten der radikalen gesellschaftlichen Veränderungen, die sich während des Bürgerkriegs von 1936 bis 1939 in jenen Gebieten zutrugen, die in der Hand der Republikaner waren.

Zeitzeugen aus den Reihen der Anarchisten berichten über ihre Erfahrungen. Einige von ihnen, darunter Conxa Pérez, standen Gestalten in Ken Loachs Film LAND AND FREEDOM Pate. Gesprächspartner sind 30 Überlebende der Spanischen Revolution, die in verschiedenen Teilen des Landes wohnen. Sie waren alle Anarchisten und hatten verschiedene Aufgaben und Verantwortungsbereiche. Viele von ihnen leben noch im Exil in Frankreich, Kanada, Mexiko und Venezuela. Sie sind eigens nach Spanien gekommen, um Zeugnis abzulegen.

Der Dokumentarfilm gibt einen Überblick über die Geschichte der anarchistischen Bewegung seit dem 19. Jahrhundert, die Gründung der CNT (Confedéración Nacional del Trabajo) und der FAI, die Rolle von Kultur und Erziehung (Modernes Schulwesen), die Vielfalt der Ideen und Aktivitäten im Vorfeld der Zweiten Republik, den Staatsstreich der Militärs, der sowohl einen Krieg als auch eine Revolution (die einzige anarchistische Revolution) auslöste, und insbesondere über die Einrichtung und das Funktionieren der Kollektivbetriebe in den ländlichen und städtischen Gebieten. Er schließt mit der Niederlage des republikanischen Lagers im Jahre 1939, die der Revolution ein Ende bereitete.


BUENAVENTURA DURRUTI, ANARCHIST

107 Min., Dokumentation von Jean-Louis Comolli und Ginette Lavigne, ARTE, Frankreich/Spanien 1999

Der Film ist der anarchistischen Gewerkschaftsbewegung Spaniens und ihrem herausragendsten Vertreter, Buenaventura Durutti (1896 - 1936), gewidmet. Die in den 20er Jahren entstandene anarchistische Gewerkschaftszentrale CNT stellte in den 30er Jahren eine politische Kraft dar, die in den Städten und Dörfern mit urkommunistischen Konzepten experimentierte. 1939 wurde die Bewegung von Franco niedergeschlagen. Die Gewerkschaftsführer wurden ermordet, gingen ins Exil oder in den Untergrund. Angeführt wurde die Bewegung von Durruti, Ascaso und Garcia Oliver, die gemeinsam die Gruppe "Nosotros" bildeten. Der Zusammenhalt der Gruppe war so stark, dass man sie als "Körper mit drei Köpfen" bezeichnete. Tagsüber arbeiteten die drei Aktivisten als Fabrikarbeiter. Sie lebten in völliger Armut, lehnten jeglichen Kompromiss und jede Macht ab und schreckten im Notfall vor Gewalt und Tod nicht zurück.

Von dieser historischen Epoche sind Fotos, Archivaufnahmen und einige Texte erhalten geblieben, die eine wertvolle Quelle der Erinnerung bilden. Den roten Faden des Films bildet jedoch die Probenarbeit von Schauspielern, die unter der Leitung eines Theaterregisseurs versuchen, das Leben, die Begeisterung, das Gedankengut und die Taten jener Männer und Frauen, die an das Volk glaubten, nachzuempfinden. Kann man heutzutage Menschen der Vergangenheit überhaupt glaubhaft spielen, auch wenn uns deren revolutionäre Begeisterung zutiefst berührt? Denn schließlich kann ihr bedingungsloses Engagement nur nachgespielt, nicht aber restlos nachempfunden werden.

Diese zentrale Frage kann aufgrund der lückenhaften Überlieferung nicht restlos beantwortet werden. Dennoch gelingt es anhand von Liedern, gespielten Szenen und Archivaufnahmen, Emotionen zu wecken und die Erinnerung an die "Söhne des Volkes" wachzurufen.


Sie waren sieben: links, radikal, anarchistisch. Sie hatten eine Vision und wollten die Revolution - alles ohne Männer. Sie wohnten in einer Kreuzberger Fabrik, die Ritterhof heißt. Sie waren:

Die Ritterinnen

von Barbara Teufel, 96 min., Spielfilm, BRD 2003

NEUE VISIONEN Filmverleih, Sörgel/Frehse GbR, Schliemannstr.5, 10437 Berlin, BR Deutschland, Tel.: (030) 44 00 88 44, Fax.: (030) 44 00 88 45, www.neuevisionen.de; info@neuevisionen.de

Barbara Teufel schaut zurück auf eine Zeit, in der vieles möglich schien. Der Film erzählt die Geschichte einer Gruppe von sieben Frauen, die 1987 ihre Frauenwohngemeinschaft gründeten, erzählt von ihrem alltäglichen Leben in der Kommune, ihrer Freundschaft und Liebe, von ihrer politischen Arbeit, ihren Diskussionen und ihren Widersprüchen.

In diesen Spielfilm eingefügt sind die Erinnerungen der „echten“ Ritterinnen, die in Interviews ihre Motive erklären und ihre Ansprüche reflektieren. Archivmaterial, Bilder von Straßenkämpfen in Kreuzberg und Rest-West-Berlin, von Demonstrationen und Aktionen gegen den IWF-Gipfel 1988 rekonstruieren die Atmosphäre in einer Stadt nahe dem Ausnahmezustand.

Ein Gruppen- und Generationsportrait, ein Stück linke deutsche Zeitgeschichte. Spannend, eigenwillig und mit intelligentem Witz erzählt.


Filmkritik einer Premiere-Besucherin aus Berlin:

„Dark Horse „ … dunkle Pferde.

So der Titel des neuen (der erste war "noi Albinoi" ) Filmes von dem isländischen Filmemachers Dagur Kári. Dunkle Pferde kommen zwar nicht vor, dafür unmotiviert durchs Bild laufende Elefanten beim ersten Kuß zwischen Daniel und Fransecsa. Beides Protagonisten, die von Verantwortung und Verbindlichkeit nicht viel halten. Daniel sprüht für andere Liebesbotschaften an die Wände und Fransecsa verkauft unter Pilzdrogeneinfluss in einer Bäckerei Brot. Sie fliegt raus und Daniel wird von einem Auftraggeber an die Polizei verraten.

Dann spielt ein Freund von Daniel noch eine unrühmliche Rolle: Roger, genannt Opa, arbeitet in einer Klinik, die Schlafstörungsopfer testet und hat einen Tick. Nicht nur, dass er ebenfalls in Fransecsa verliebt ist, er hält sich auch noch für einen Schiedsrichter. Allerdings, als es an die praktische Prüfung geht und eine Frauenfußballmannschaft auf das Feld läuft, tickt er schier aus.

Das ist nicht die einzige Entgleisung des fetten Rogers. Er will von seiner Angebeteten auch noch wissen, wie sie im Alter aussieht . (Fett, weil er es ist, nicht nur korpulent oder dick.)

Zu dem Zweck besucht er Fransecsa und deren Mutter, neben der er später voller Entsetzen im Bett erwacht und wegläuft. Francecsa allerdings liebt Daniel und wird schwanger. Daniel läuft ebenfalls weg, indem er nach Spanien fliegt. Von dort ruft er an und erfährt, dass Francecsa einen Termin zur Abtreibung hat. Irgendwann kehrt er zurück und auf der Fahrt ins Krankenhaus erscheint für Sekunden Francecsa in Farbe in dem sonst Schwarzweiß-Film als Synonym für die Entscheidung zur Verantwortung für das Kind und seine Vaterschaft.

In allen Medien ist dieser Film, der ab 12. Januar 2006 bundesweit anläuft, hoch gelobt und mit Superlativen bedacht worden. Von genial bis surrealistisch hervorragend reichen die Hervorhebungen in den Beschreibungen für den Regisseur. Nach der Premiere in den Kinos der Hackischen Höfe in Berlin überschlug sich der Interviewer förmlich vor Lobpreisungen. Dieser Film wird als Kommödie angekündigt.

Mir blieb allerdings das Lachen öfter im Hals stecken, denn die Figur des Roger - Opa - ist alles andere als lustig. Ich finde den Film streckenweise sehr unmenschlich, zum Beispiel in dem Moment, in dem er den total fetten Roger mit einem Wackelgürtel um den Bauch den gesamten Körper schwabbeln lässt. Im Kontext des Filmes ist diese Figur nicht nur lächerlich, sie ist ebenfalls frauenfeindlich.

DK/Island 2005, 106 Minuten. Darsteller: Jakob Cedergren, Nicolas Bro und Tilly Pedersen.


Der Koch, der Clown und die Liebe zur Anarchie - ANGELO CONTI ROSSINI
Aus der Reihe LEBENSLINIEN. In Erinnerung an Angelo Conti Rossini (1995)

"In dem wundersamen Augenblick vergisst man den kläglichen Alltag, belächelt man,
was man gestern für wichtig hielt: Hier will der Mensch nicht haben, sondern sein."
Angelo Conti Rossini war einer der berühmtesten Köche der Schweiz und Dichter und
Anarchist. Er glaubte an das Gute im Menschen und kämpfte für Gerechtigkeit
und Freiheit. Dieser Film erinnert an ihn und all jene, die sich wie er in Brissago,
Ronco, Ascona und auf dem Monte Verità einer herrschaftsfreien Welt verschrieben
hatten - und einer ständigen Suche nach Wahrheit, nach Licht und Aufklärung:
Leon Hirsch, Ernst Toller, Erich Mühsam, Fritz Jordi, Richard Seewald, Heinrich Vogeler,
Richard Seewald, Stefan George, Maria Remarque, Hermann Hesse, Gerhard Hauptmann,
El Lissitzky. (1995, 44 Min.)

"Sein Tod bestürzt uns, doch lassen wir uns nicht entmutigen"

http://www.dostfilme.de/humaninterest.html