Soweit die Fakten.
Am Rande der Pressemeldungen
konnte mensch erfahren, dass der Todesschütze in rechtsradikalen Kreisen verkehrte.
Nun gut, dass dies in gewissem Ausmaß mit Geisteskrankheit zu tun hat, wissen
wir, bloß wüssten wir gerne mehr darüber. In 98 Prozent der Meldungen tauchte
dieser Faktor der rechtsradikalen Identität des Killers nicht mehr auf.
Die getöteten PolizistInnen sind nicht die ersten Opfer eines rechtsradikalen
Schuetzen in der letzten Zeit. Mensch denke nur an den Pumpgun-Killer aus Berlin-Hellersdorf,
der erst einem linken Buchhändler den Arm abschoss und dann auf seiner Flucht
zwei weitere Polizisten umlegte.
Interessant ist auch
der Aspekt der tödlichen Präzision, mit der unser aktueller PolizistInnenmörder
mit seiner Waffe umging: Er traf alle PolizistInnen offenbar in Sekundenschnelle
in den Kopf. Diese Fertigkeit kann er sich nur als äußerst geübter Combat-Schütze
erworben haben. Die Frage stellt sich: WO? Wehrsportgruppe? Schiessverein? Bosnien?
Diese Schiesstechnik
- ziehen, sekundenschnell den Kopf des Opfers mit einer großkalibrigen Pistole
treffen - wird nur in der Absicht des Tötens angewandt. Der/die Getroffene soll
definitiv kampfunfähig sein und das ist er/sie am sichersten als ToteR. Es ist
die sogenannte "shoot-to-kill" action, von der wir hier eine Performance
hatten. Die wird oft von sogenannten Antiterroreinheiten der "Sicherheitskräfte"
angewandt wird. Hier hat sie diese selbst getroffen; ein möglicher Nazi-Terrorist
hat geschossen.
Nun ist zudem noch in
Erwägung zu ziehen, dass die PolizistInnen eigentlich keine hilflosen Opfer
waren, sondern ihrerseits großkalibrige Handfeuerwaffen trugen, an denen sie
intensiv ausgebildet worden sind, auch im Combat-Schiessen. Eine Standardübung
ist beispielsweise, blitzschnell zu ziehen, dem Gegenüber die kleinstmögliche
Fläche zu bieten und in Sekunden drei die Umriss-Scheibe treffende Schüsse abzufeuern.
Von einer durchschnittlichen Schießbegabung bei den getroffenen PolizistInnen
ausgehend, kann mensch unterstellen, dass zumindest der/die jeweils zweite angeschossene
PolizistIn eine gewisse Chance gehabt haben muss zurückzufeuern, zumal der Killer
laut Medienmeldungen anscheinend ausstieg und mit ausgestrecktem Arm schoss
(dies kostet etwas mehr Zeit) und nicht aus der Hüfte.
Angesichts dieser Tatsache
kann mensch sich ausmalen, mit welch gefährlichem Schuetzen in GSG9-Qualität
die PolizistInnen es zu tun hatten. Als vermutlich durchschnittliche SchützInnen
hatten sie keine wirkliche Chance gegen den Mann, der unglaublich kaltblütig,
präzise und in einer "Paniksituation" seine Opfer SOFORT, offenbar
mit dem ersten Schuss, in den Kopf traf. Hier hätte auch eine kugelsichere
Weste nicht den geringsten Schutz geboten.
Die Polizei muss diese
Faktoren sofort nach den Schiessereien erkannt haben und hat mit Sicherheit
MEK-Kraefte eingesetzt. Angeblich soll die Polizei sich stundenlang nicht an
den Wagen des Killers herangetraut haben, nachdem dieser gefunden wurde. Die
Frage ist, was ist wirklich geschehen? Hat der Täter sich tatsaechlich
selber gerichtet oder ist er von einem Praezisionsschützen mit einer weittragenden
Waffe getötet worden? Bei der Gefährlichkeit des Schützen in
Sachen tödlicher Schnelligkeit und Treffsicherheit hätte er nämlich
auch in einem MEK-Team einiges anrichten können.
Soviel zum Tathergang.
Dass PolizistInnen in
ihrem Beruf mit dem Auftauchen bewaffneter Gewalt rechnen müssen ist nicht
nur klar, sondern drückt sich auch in der Tatsache aus, dass in Deutschland
jedeR PolizistIn, auch bei der zivilsten Handlung, eine schwere Kanone mit grossem
Kaliber in einem Schnellschussholster mit sich herumschleppt. Ab und zu trifft
es trotzdem die einen oder anderen BeamtInnen: das ist leider der Normalfall.
Dass es in diesem Fall
gleich vier PolizistInnen erwischt hat, ist gravierend und bedauerlich, aber
nicht voellig ungewöhnlich. Alle paar Jahre wird es einen solchen Vorfall
geben, bei der gewalttätigen Konditionierung dieser Gesellschaft demnächst
häufiger.
Dass sich darauf 8.000
PolizistInnen in ihrer Betroffenheit auf die Stiefel machen um mehr Sicherheit
für sich einzufordern, ist verständlich und nachvollziehbar. Dass
pflichtschuldigst ein paar hochrangige PolitikerInnen Ihre salbungsvollen Worte
dazugeben ist auch der Normalfall.
Störend hingegen
ist, dass dieser Normalfall kein Normalfall ist, wenn es etwa um von Nazis umgebrachte
AsylbewerberInnen geht. Hier kommt es nicht zu spontanen polizeilichen Massendemonstrationen,
spontaner polizeilicher Empoerung, unverzüglichem massivem Fahndungsdruck
und dem entsprechenden PolitikerInnenbrimborium. Im Gegenteil wird nachweislich
oft polizeilicherseits/ staatsanwaltlicherseits versucht, die Tat den Opfern
(z. B. Lübeck, Safwan Eid) und/oder linken AntifaschistInnen in die Schuhe
zu schieben.
In den letzten zwei
Wochen hat es wiederum zwei von Nazis Erschlagene gegeben: einen antifaschistischen
Punk (22) in Eberswalde bei Berlin und einen zu Tode geprügelten Mozambiquaner
(Motiv: "purer Ausländerhass"). Obwohl die Zahl der Naziopfer in den
vergangenen zehn Jahren in die Hunderte geht und wahrscheinlich, die Dunkelziffer
hinzufügend, schon das halbe Tausend offensichtlich Erschlagener, Verbrannter,
Überrollter, Erschossener etc. überschritten hat und der Terror täglich weitergeht,
hält sich hier die polizeiliche und staatsseitige Empörung stark in Grenzen
und auffällig zurück.
Das seit Jahren offenbare
Problem der Fussball-"Hooligans" beschäftigt gerade wieder alle Welt.
Diese Faschobewegung unter den Tarnfarben des internationalen Fußballs zeigt
uns alle Jahre wieder, was ihre eigentliche Motivation ist: AusländerInnenhass.
In Brüssel wurden vom Hooligan-Mob wieder einmal ImmigrantInnen durch die Strassen
gehetzt und verletzt, psychisch traumatisiert. Letztes Jahr wurde ein französischer
Polizist beinahe umgebracht. Der deutsche Staat musste sich daraufhin - weil
es ein französischer Amtsträger war, der von Deutschen beinahe zu Tode getreten
wurde - in Entschuldiungsbücklingen verrenken.
Es ist zu hoffen, dass
über die schmerzhafte Lektion zunehmend mehr von Rechtsradikalen erschossener
PolizistInnen, bei Staat und Polizeiführung ein Umdenken stattfindet und endlich,
endlich mit eiserner Faust gegen die Feinde der Menschlichkeit und der Menschheit
vorgegangen wird. Es ist nichts weniger zu fordern als die völlige Zerschlagung
aller nazistischen Terrorbanden und das kompromisslose Brechen ihrer lokalen
Hegemonien ("National Befreite Zonen"). Erst dann können Millionen
Menschen die in Deutschland leben wieder aufatmen und wird die Polizei weniger
Tote durch schiesswütige AusländerInnenhasser und Faschisten zu verzeichnen
haben.
RGL für LPA (Libertarian Press Agency)