Satirischer Redebeitrag,
gehalten auf dem RömerVon urbi und orbi...
Wahrlich, wir sagen
euch:
Unser Ziel ist eine
herrschaftlose und freie Gesellschaft. Ohne Knäste und mit Palästen für alle.
Und mit Ostereiern jeden Tag - tiefschwarzen und schwarzrot gestreiften. Möge
das A im Kreis unser Alpha und Omega sein.
Aber: - so fragen Zweifler
-
Oder ist "Anarchie",
"Akratie", "Autonomie" - oder wie immer wir die heilige
Polyfaltigkeit nennen - bloß noch nostaligische Elle, mit der wir das herrschende
trostlose Jammertal vermessen, mit dem wankelmütig machenden Ergebnis: wir
waren auch schon mal mehr - wenn auch nicht unbedingt heute - urbis - in Frankfurt,
doch leider - orbis - draussen im Lande schon?
Und klagen nicht die
Kleinmütigen -
"Dies haben wir
auch schon in den Tagen unsere Väter gehört, und siehe, wir sind alt geworden,
und nichts von all dem ist uns widerfahren."
Ihr Kleinmütigen!
Tempel und sonstige
Architekturen brechen spontan zusammen. Politikerminen verfinstern sich. Unsere
Leichen leben noch!
Laßt uns fantasievoll
durch die Straßen tanzen!
Eternitas ad astra!
Seid zuversichtlich.
Wo zwei oder drei versammelt sind, da sind die libertären Tage unter Euch.
Und uns zum Gedächtnis gibt es hinterher vielleicht einen Reader.
Und damit es dabei bleibt
bzw. so kommt, wie wir es wollen, laßt uns kraftvoll in unseren Schlachtruf
einstimmen:
Anarchie unser,
Venceremos!
Antiklerikaler Arbeitskreis

Kundgebung an der Hauptwache
Foto: Thomas K.
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