liebe
menschen von der vorbereitungsgruppe!so und dann noch so
einiges zu den libertären tagen generell:
eine ungeheure unverschämtheit
und rücksichtslosigkeit gegenüber der vorbereitungsgruppe finde ich, daß am
tag der eröffnung zig leute angereist kommen, die es nicht für notwendig erachtet
hatten, bis dato sich anzumelden, dann auch noch einen schlafplatz organisiert
haben wollten, und das ganze dann unter dem deckmantel anarchistischer spontanität.
abgesehen von der tatsache,
daß sich frauen stets vor potentiellen vergewaltigern in acht nehmen müssen,
auch und gerade aus den eigenen anarchistischen reihen, war die umgehensweise
auf diesen tagen 93 doch eher gekennzeichnet von hysterie, unbedachtsamkeiten
von einigen seiten, und einer brutalität, wie sie sonst faschisten zugeschrieben
wird.
besonders unmoralisch
und wenig effektiv fand ich die umgehensweise mit einem mann am samstagabend,
wo auf dem campus einige männliche kongreßteilnehmer einen auf der erde liegenden
mit füßen traktierten unter den lauten schreien: "du hast eine frau vergewaltigt."
die betreffenden werden schon wissen, welche situation das war. zum glück
gab es noch andere kongreßteilnehmer, die besonnener waren, und die tritteverteiler
von dem am boden liegenden wegzerrten.
diese sache ist nicht
allein dadurch zu erklären, daß es vorher von frauenseite harte kritik gegeben
hat, sich nicht verhalten zu haben, als es um den obdachlosen ging.
generell ist aber für
meine begriffe falsch mit der situation umgegangen worden.
einerseits kochte da
hysterisch eine furchtbare gerüchteküche hoch, wo es um eine "total zusammengeschlagene
frau" über "vom vergewaltiger bedroht" hin zur "getretenen"
ging. nur die betroffene selbst haben die wenigsten gesehen und gehört. wenn
eine gefährliche situation entsteht, dann sollte für meine begriffe ein sonderplenum
einberufen werden, und da muß eine vorgehensweise gefunden werden.
bekannt war durch das
eröffnungsplenum, daß es zu schwierigkeiten kommen kann. da hätte also andererseits
im vorfeld durch den ordnungsdienst eine klare regelung für eventualitäten
dasein müssen. so standen sie der situation ebenso hilf- wie konzeptlos gegenüber.
wenn wir keine möglichkeiten haben, adäquat mit solchen menschen umzugehen,
oder nicht einmal wissen, was wir unter adäquat verstehen wollen/sollen, wir
nicht in der lage sind, potentielle vergewaltiger und schläger vom campus
fernzuhalten, dann bleibt eben nur die staatliche institution polizei. ist
zwar ein armutszeugnis für uns alle anarchistischen menschen, ist dann aber
so.
geradezu lächerlich
aber fand ich von einigen anarchistischen männern, daß sie sich ganz furchtbar
alkoholisiert über den obdachlosen aufregten. überhaupt ist das mit alkohol
und anderen drogen auch eine scharf kritisierungswürdige sache. die libertären
tage standen auch unter dem motto:..."wege zu einer anarchistischen gesellschaft."
der führt garantiert nicht über und mit alkohol in dem maße, daß über den
campus geschwankt wird, frauen angepöbelt werden, und viele dann nicht mehr
wissen, was sie reden.
wer immer die nächsten
libertären tage vorbereitet, sollte sich überlegen, ob sie nicht einen rahmen
schaffen wie die lutteranerInnen mit dem projekt A-spektakel. daß z.b. kein
alkohol auf dem campusgelände ausgeschenkt wird, was zwar ein alkoholverbot
darstellt, aber wo es so viele alkoholiker gibt, ist es eben nicht anders
möglich. tage, wie die libertären, sollten arbeitstage sein, und wenn wir
nicht fähig sind zu f e i e r n, dann sollte es beim arbeiten bleiben.
wenig fantasiereich
war denn auch die demonstration: "gegen rassismus für eine anarchistische
gesellschaft". nicht nur, daß die politischen beiträge gegen rassismus
durch abwesenheit glänzten, noch weniger war auszumachen, was denn nun eine
anarchistische gesellschaft sein soll oder der weg dahin. nicht ein einziger
stand war am römer zu finden, dafür jede menge schwarz/rote fahnen und pullover.
meine güte, waren "wir wieder gut drauf".
solidarisch liebe grüße
N. N.
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