Dokumentation eines
Flugblattes, das auf den LT am Freitag verteilt wurde.Sie nachts im Studihaus
zu dulden sei eine "Zumutung". Es gäbe Informationen nach denen
das gewalttätige Konfliktpotential der Wohnsitzlosen im täglichen KOZ-Betrieb
nicht mehr in den Griff zu bekommen sei. Ferner sei bekannt, daß von ihnen
- wörtlich - "Asylanten" bedroht worden seien. Um Vergewaltigungen
vorzubeugen müsse mensch sie rauswerfen. Weiterhin wurde gesagt, daß der Ausschluß
generell erfolgen müsse, da der Sicherheitsdienst nicht unterscheiden könne.
Deshalb sollten sich alle am Rausdrängen beteiligen.
Diese Art der Stigmatisierung
von bestimmten Personengruppen ist für uns nicht hinnehmbar. Eine Personalisierung
von gesellschaftlichen Konflikten verhindert eine politische und auf die konkrete
Situation bezogene Auseinandersetzung mit diesen.
Unsere Erfahrungen im
KOZ zeigen, daß es sexistische und rassistische Anmache gibt - auch von Wohnsitzlosen.
Die heute morgen erfolgte Panikmache beruht jedoch auf der simplen Reproduktion
von Gerüchten, womit ein ähnlich gefährlicher Mechanismus abläuft wie in der
rassistischen "Asyldebatte".
Dem pauschalen Aburteilen
und der Delegierung von Verantwortung an "Sicherheitsdienste" stellen
wir entgegen: Die Intervention im Einzelfall und das Hinterfragen eigner Verhaltensweisen.
Zum Thema Vergewaltigung:
Durch die Benennung von ausschließlich Wohnsitzlosen als potentielle Vergewaltiger
wird unser sexistisches Verhalten auf den Libertären Tagen unsichtbar gemacht
und eine Auseinandersetzung vermieden.
Alle Männer sind potentielle
Vergewaltiger, ob mit oder ohne Wohnsitz!!!
Keine Stigmatisierung
von Wohnsitzlosen und irgendwem!
Das KOZ als Schlafraum
von Frauen!
Weg mit "Sicherheitsdienst"!
Her mit Eigen- und Selbstverantwortung!
Pennplätze für alle
- ob mit oder ohne Wohnsitz!
Einige Männer vom KOZ-Kollektiv
Übrigens: Gesprüht wird
an der Uni permanent, oft & immer...!
Anmerkung der LT-VeranstalterInnen:
Dieses Flugblatt wurde
von zwei Männern des KoZ-Kollektives geschrieben, das das Kultur und Kommunikationszentrum
(KoZ) an der Universität betreibt. Dieses Kollektiv war nicht identisch mit
dem KoZ-Kollektiv während der Libertären Tage.
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