A im KreisWas ist eigentlich Anarchie?
(aus Sicht der Libertäre Tage '93 -Vorbereitungsgruppe)

Das Wort Anarchie leitet sich vom griechischen "an - archia" ab und meint Herrschaftslosigkeit. Dementsprechend liegt allen Strömungen des Anarchismus, so unterschiedlich diese zum Teil auch sein mögen, die Utopie einer Gesellschaft ohne Herrschaft zu Grunde.

Für Anarchistinnen und Anarchisten bedeutet Herrschaftslosigkeit jedoch keineswegs Unordnung und heilloses Durcheinander, sondern eine Möglichkeit, in Freiheit, Gleichberechtigung und Selbstverantwortung miteinander zu leben.

Anarchie ist für uns gesellschaftliche Ordnung ohne Herrschaft.

Anarchistinnen und Anarchisten begreifen den Menschen als ein soziales Wesen, das in der Lage ist, sein Leben zwar gemeinschaftlich, vor allem aber selbstverantwortlich gegenüber sich und seiner Umwelt zu organisieren.

Anarchistinnen und Anarchisten lehnen seit jeher jeden Staat und Stellvertreter/innenpolitik in jeglicher Form ab wie z. B. Alleinherrscher oder Herrschaftscliquen, Funktionärstum und Parteien.


Campusleben während der Libertären Tage
Foto: Jürgen Steiner


Die anarchistische Gesellschaftsutopie fußt auf zwei untrennbar miteinander verknüpften Idealen: dem Ideal der Freiheit und dem Ideal der Gleichheit, im Sinne von materieller und sozialer Gleichberechtigung. Die Freiheit aller Menschen ist ohne die Gleichheit der Menschen nicht möglich, da die "Schwachen" und "Armen" immer weniger frei sein werden, als die "Starken" und "Reichen". Umgekehrt würde die Gleichheit der Menschen ohne die Freiheit bedeuten, daß alle Menschen unter dem "Joch der Gemeinsamkeit" dahinvegetieren müßten.

In einer anarchistischen Gesellschaft leben die Menschen frei, gleichberechtigt und ohne Herrschaft zusammen. Das Zusammenleben beruht auf Gleichheit statt Hierarchie, Selbstbestimmung statt Autorität, gegenseitiger Hilfe statt Konkurrenz, freier Vereinigung statt Befehlsprinzip.

Wie jede und jeder Herrschaft empfindet, definiert und bekämpft, ist sehr verschieden. Der Widerstand gegen Herrschaft und die Wege zu einer anarchistischen Gesellschaft sind gleichberechtigt und gleich wichtig.

Es gibt keine Haupt- und Nebenwidersprüche in einer Gesellschaft. Herrschaft sollte in all ihren Erscheinungsformen bekämpft werden. Das gilt auch für den sog. Privatbereich, beispielsweise in unseren Beziehungen zwischen Männern und Frauen, in unserem Umgang mit Kindern, alten Menschen usw.

Daher gilt: die Trennung zwischen privatem und politischem Bereich sollte aufgehoben werden.

Thomas

Es folgte die Selbstvorstellung von verschiedenen anarchistischen Richtungen:

Allgemeiner Anarchismus
Anarchismus - Feminismus
Freie Arbeiterinnen und Arbeiter Union (Anarcho-Syndikalismus)
Selbstverwaltete Betriebe / Projekt A / Wespe e. V.
Kommunenbewegung
Föderation Gewaltfreier Aktionsgruppen (FöGA)
Initiative für eine anarchistische Föderation in Deutschland (I-AFD)

Allgemeiner Anarchismus



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