Redebeitrag zur Freitagabend-Veranstaltung:"Die (...) Diskussion
um Nationalismus und Rassismus hat ihre Zielgruppe gefunden:
Bis zu einem bestimmten
Grad ist das ein Ablenkungsmanöver, weil dadurch nämlich verschwiegen wird,
daß wir alle in einer dominanten Gesellschaft leben und von ihr geprägt sind.
Und diese Gesellschaft - unsere Gesellschaft - gestaltet sich durch ein expansives
Wirtschaftssystem, durch das Herrschaftsverhältnis zwischen Männern und Frauen
und durch das Konstrukt von höher- und minderwertigen Rassen bzw. Menschen.
Solange wir - und jetzt
meine ich die hier anwesende exklusive Ansammlung von vorwiegend weißen, deutschen,
christlich sozialisierten Menschen - solange wir uns nicht unserer strukturellen
Teilhabe an unserer Gesellschaft bewußt
werden, werden wir sie unbewußt weiterhin unterstützen, aufrechterhalten und
sogar festigen. Darauf weist der Begriff Dominanzkultur hin.

Hörsaal VI, Freitag-Abendveranstaltung
Foto: Jürgen Steiner
Wie sehen jedoch die
gängigen sozialwissenschaftlichen Analysen aus? (3)
Anstatt den Begriff
Dominanz zu untersuchen, geht es in den gängigen Analysen um Rechtsextremismus
darum, zu erklären, warum die vorwiegend jugendlichen Männer zu Tätern
werden müssen. Sie sind die eigentlichen Opfer der Risikogesellschaft - so
die neue Begrifflichkeit.
Da wird mit Verunsicherung
in Bezug auf Arbeitsplatzbedrohung und Wohnungsnot argumentiert. Die Täter
werden dadurch zu Opfern der Gesellschaft und die Taten werden dadurch legitimiert.
Tatsächlich scheint es so zu sein, daß sich fast alle - nicht nur die rechtsextremen
Jugendlichen - subjektiv bedroht fühlen und Angst haben, daß ihnen, daß uns
was weggenommen wird.
Objektiv gesehen leben
wir jedoch in einem der reichsten Länder dieser Erde, und angesichts dieser
Tatsache sehe ich die Angst vor Verarmung bei dem überwiegenden Teil der Deutschen
als reinen Zynismus an.
Des weiteren wird die
Verunsicherung durch die Erwartung der großen globalen Katastrophe angeführt.
Daß wir in der sogenannten Ersten Welt die Verarmung, die Kriege und die Hungersnöte
in den Trikontländern selbst verursacht haben, bleibt außen vor. Dabei ist
es nur folgerichtig, daß die Flüchtlinge in die wohlhabenden Länder nicht
wollen, sondern müssen, solange sich das internationale Ausbeutungsverhältnis
nicht ändert. Trotzdem haben wir eine der geringsten Aufnahmequoten für Flüchtlinge.
Als nächstes wird mit
dem Verlust sozialer Bindungen und der Individualisierung der Gesellschaft
argumentiert. Die dadurch wiederum entstehende Angst, Verunsicherung und Bedrohung
müßte sich Luft machen. Das Wort Bedrohung bekommt hierbei einen völlig verdrehten
Sinn. Es sind die weißen Männer, die was zu verlieren haben, nämlich die soziale
Sicherheit und Versorgung durch Frauen.
Daß die ansatzweise
Auflösung der Familie zumindest für weiße Frauen durchaus befreiende Momente
hat, muß verschwiegen werden. Ausgelebt wird dieses verdrehte Empfinden von
Bedrohung, in dem MigrantInnen, JüdInnen, Schwarze und Flüchtlinge real bedroht
werden.
All diesen Analysen
ist gemeinsam, daß es nicht um die tatsächlich Leidtragenden der Gewalt geht,
sondern daß versucht wird, die Täter zu verstehen. Damit werden sie entlastet
und entschuldigt. Das hatten wir schon einmal in der deutschen Geschichte,
daß wir nicht-jüdischen Deutschen viel mehr Verständnis und Einfühlungsvermögen
für die TäterInnen haben, die ja nicht anders handeln konnten. Dafür haben
wir viel mehr Verständnis, als daß wir uns in die Lage der Überlebenden der
Konzentrationslager einfühlen wollen, geschweige denn, was das für die nachgeborene
jüdische Generation bedeutet.
Sind die RassistInnen
immer die Anderen?
Außen vor bleibt doch,
daß auch wir - die wir uns nicht zu den Rechtsextremen zählen - daß auch wir
uns damit selbst entlasten. Wir haben mit den Übergriffen nichts zu tun. Die
Deutschen, die RassistInnen, das sind immer die Anderen. Wir verschweigen
damit, daß wir sehr wohl von den rassistischen Ausschreitungen und Gesellschaftsstrukturen
profitieren.
Die Rechtsextremen verweisen
durch ihre Angriffe die MigrantInnen, JüdInnen, Schwarze und Flüchtlinge in
ihre Grenzen. Damit wird ohne unser direktes Eingreifen auch unsere Stellung
und unser Wohlstand abgesichert.
Das ist ähnlich wie
bei Vergewaltigungen, wo sich auch fast alle Männer damit rausreden, daß sie
selbst ja gar nicht vergewaltigen. Damit verschweigen sie, daß Vergewaltigungen
und vor allem die Angst davor eine wichtige Funktion bei der Sicherung des
Herrschaftsverhältnisses über Frauen haben. Denn Frauen bleiben durch die
Einschüchterung und Bedrohung tendenziell an ihrem vorgeschriebenen Platz.
Die patriarchale Ordnung bleibt aufrechterhalten. Alle Männer profitieren
von den Folgen der Vergewaltigungen, egal ob sie es selbst tun oder nicht.
Genau um dieses Profitieren
geht es auch im Fall von Rassismus und Rechtsextremismus.
Was heißt denn eigentlich
Dominanzgesellschaft ?
Dominanzgesellschaft
heißt, daß es ein ausgefeiltes System von Hierarchien, Herrschaft und Unterwerfung
gibt. Dabei vermischen und ergänzen sich rassistische, sexistische und kapitalistische
Herrschaftsformen. Die in den verschiedenen Verflechtungen jeweils dominante
Gruppe hat die Macht - vor allem die strukturelle, aber auch psychische und
soziale Macht - die Einteilung in oben und unten auch durchzusetzen.
Dabei unterscheidet
sich zwar die Machtstellung von weißen Männern und weißen Frauen erheblich,
was für die Unterworfenen jedoch keinen großen Unterschied macht. Im Allgemeinen
wird in unserer weißen, deutschen Gesellschaft alles Fremdartige und Andere
als Provokation und Herauforderung empfunden. Um der Infragestellung unserer
eigenen Identität und Dominanz aus dem Weg zu gehen, haben wir gelernt, alles
Fremde zu unterwerfen und zu hierarchisieren. Hierarchisierung ist ein Konfliktlösungsmuster,
"um die Spannung zwischen Selbst und Fremdem zu lösen." (4)
Dabei geht es zum einen
um die Verteidigung von Privilegien und zum anderen darum, die Hinterfragung
der eigenen Identität abzuwehren.
Geht es denn bei Rechtsextremismus
um Verteidigung von Privilegien?
Unser Wohlstand und
unsere Privilegien sollen erhalten und abgesichert werden. Und dabei will
ich jetzt mal die Bürgerlichen, die Rechten und die KapitalistInnen beiseite
lassen und statt dessen den Blick auf uns Linke im weiteren Sinn wenden.
Auch wir haben weitgehend
Zugang zu materieller Absicherung wie z. B. Arbeitsplätze, ABM-Stellen, Arbeitslosengeld
oder -hilfe. Darauf erheben wir ganz selbstverständlich und quasi naturgegeben
Anspruch.
Am Beispiel Quotierung
läßt sich zeigen, was es heißen könnte, Privilegien abzugeben. Nicht daß ich
unbedingt eine Vertreterin von Quotierung wäre, es gibt viele Argumente dagegen
und ich möchte mich jetzt aber nicht an der Frage aufhalten, ob Quotierung
revolutionär oder reformistisch ist.
Viel interessanter ist
doch die Tatsache, daß bei Geschlechterquotierung die Männer tatsächlich was
abgeben müßten, nämlich die Hälfte. Und damit tun sie sich erfahrungsgemäß
schwer. Dabei ist Quotierung doch nichts anderes als eine Form von Umverteilung.
Noch weit schwieriger ist es mit der Forderung nach Quotierung für MigrantInnen
und Schwarze.
In gemischten Projekten
und Betrieben ist das kaum Thema. Und auch wir weißen, deutschen Frauen tun
uns damit schwer. Jetzt haben wir uns in der Männergesellschaft endlich Platz
und Raum erstritten und jetzt sollen wir ihn schon wieder abgeben?!?
Ein anderes Beispiel.
Im Zusammenspiel von Wohnungsnot und unseren - mit den Jahren natürlich steigenden
- Ansprüchen nach mehr Raum sehen wir uns als eindeutig unterprivilegiert.
Und wer würde schon die endlich gefundene Wohnung an Schwarze, MigrantInnen
oder Flüchtlinge abgeben? Bei ihnen scheitert die Wohnungssuche jedoch meistens
schon aufgrund ihres Aussehens oder ihrer Hautfarbe.
Ganz anders verhalten
wir uns bei dem Privileg Wahlrecht. Als gute AnarchistInnen legen wir darauf
natürlich keinen Wert (geschweige denn, daß wir es als Privileg ansehen würden).
Wir wären gerne bereit, unser Wahlrecht an Nicht-Deutsche abzugeben. Das gab`s
schon mal als Aktionsvorschlag. Und sind dann verletzt und enttäuscht über
deren Reaktion, wenn sie es gar nicht wollen, jedenfalls nicht vor dem Hintergrund,
daß sie was von uns bekommen, was wir selbst eh nicht wollen.
Auch das Privileg Deutscher
Paß ist uns nicht als solches bewußt. Selbst wenn wir ihn in einer politischen
Aktion öffentlich vernichtet haben, haben wir jederzeit die Wahl, die Freiheit
und den Anspruch darauf, uns einen neuen zu holen. Und wer möchte schon gerne
auf einen kurzen Trip zum Abschalten in die allseits bekannten Länder verzichten?
Auch ein materieller Luxus, den wir uns nur aufgrund unserer Vorherrschaft
in der internationalen Arbeitsteilung leisten können.
Das ist u.a. unsere
Teilhabe an den Privilegien unseres Systems, auf die wir eigentlich nicht
verzichten wollen, obwohl wir das System - nach dem Motto: Nie wieder Deutschland
- meinen zu bekämpfen .
Und nun nochmal zu dem
Begriff Dominanz:
Dient Dominanz vielleicht
als Abwehr, um die eigene Identität nicht hinterfragen zu müssen?
Wir weißen, linken Deutschen
wollen ja mit unserem Staat nichts zu tun haben. Wir wollen uns nicht damit
identifizieren. Wir identifizieren uns lieber - je nach politischer Ausrichtung
- mit unserem unterdrückten Status, sei es in Bezug auf Klasse oder Geschlecht.
Auf keinen Fall will
ich die innerhalb unserer weißen, kapitalistischen und patriarchalen Gesellschaft
bestehenden Gewaltverhältnisse verschweigen. Ganz im Gegenteil, Männergewalt,
sexuelle Gewalt an Kindern, Kindesmißhandlung, Diskriminierung von Lesben,
Schwulen, Gehandicapten und Alten muß zum Teil überhaupt erst noch Thema werden,
anstatt nur die ökonomische und staatliche Gewaltausübung zu betrachten.
Aber die Analyse der
Hierarchien innerhalb der weißen Gesellschaft darf nicht ständig ausklammern,
daß wir in eine dominante Gesellschaft in Bezug auf Nicht-Weiße und Nicht-Deutsche
hineingeboren und hineinsozialisiert worden sind. Die Deutschen sind nicht
nur die Anderen, sondern auch wir haben eine deutsche Identität, auch wenn
uns das nicht gefällt.
Wir weißen Deutschen
haben gelernt, daß wir die Guten und die Besseren sind, die weiter Entwickelten,
die, die bestimmte Ansprüche qua Geburt haben, den Anspruch auf einen bestimmten
Lebensstandard, auf Bildung, Reisen, Freizeit, materielle und soziale Absicherungen.
(5)
Diese Ansprüche sind
total mit unserem Selbstbild verknüpft. Wir halten diese Ansprüche als uns
angemessen, uns selbstverständlich zustehend. Dem gegenüber steht das Fremdbild
und das Wissen, daß unsere Ansprüche den Anderen durchaus nicht zustehen.
Indem wir nun dem "Fremden" begegnen, laufen wir Gefahr, daß wir
unser Selbstbild mit all seinen Selbstverständlichkeiten hinterfragen müssen.
Es entsteht die Angst,
uns überhaupt einmal fragen zu müssen, was denn unsere Identität als Weiße
ausmacht. Der eigene Selbstwert könnte ins Wanken kommen.
Wir beziehen unsere
dominante und angeblich höherwertige Identität aus der Abwertung und Abwehr
der Anderen, der Fremden. (...) Abgespalten wird alles, was nicht ins Selbstbild
paßt, sowohl auf der individuellen als auch auf der politischen Ebene.
Unsere deutsche Vergangenheit
des Nationalsozialismus haben wir abgespalten. Wir haben damit nichts zu tun.
Gnade der späten Geburt. Palästina-Solidarität ist angesagt. Ich finde diese
Solidarität auch wichtig, aber nur, wenn wir unsere spezielle deutsche Vergangenheit
miteinbeziehen.
Doch was haben wir heute
noch damit zu tun? Und daß wir fast alle keine JüdInnen kennen ist wohl Zufall?
Oder? Auch in Bezug auf unsere koloniale Geschichte haben wir Erinnerungslücken
und verhalten uns nach dem bekannten Muster, alles Schmerzhafte zu verdrängen
oder zu vergessen.
Deshalb ist unsere heutige
Zusammenkunft auch weiß und deutsch. Wo sind die Anderen, die Schwarzen, die
MigrantInnen, die Flüchtlinge, die Afro-Deutschen, die JüdInnen? Sie könnten
ja kommen, wenn sie wollten sagen wir. Ich denke aber, daß wir sie ausgrenzen.
Wir machen sie unsichtbar, solange wir uns nicht unsere Geschichte und Identität
bewußt machen. Die Aufarbeitung der Vergangenheit und eigenen Identität könnte
für uns weiße Deutsche den Weg zu den Anderen öffnen.
Aufarbeitung bedeutet
erinnern und durcharbeiten. Erinnern heißt, das Vergangene gegenwärtig zu
machen und sich das Gegenwärtige bewußt anzusehen. Dies wiederum bedeutet,
die Gefühle nachzuerleben und "dem Entsetzen standzuhalten." (7)
Durcharbeiten heißt, uns selbst in den TäterInnen und Verantwortlichen zu
erkennen und daraus Konsequenzen zu ziehen.
Wie können wir als weiße
Deutsche in der Dominanzgesellschaft Verantwortung übernehmen? (8)
Wir müssen uns darüber
klar werden, welche Machtstrukturen wir verinnerlicht haben und wo wir Macht
zu unserem eigenen Vorteil ausüben. Ich halte es für unabdingbar, daß weiße
Männer und weiße Frauen in getrenntgeschlechtlichen Gruppen daran arbeiten.
Denn die jeweilige Verflechtung in Dominanz und Unterwerfung ist eine verschiedene.
Innerhalb der weißen
Frauenbewegung ist diese Auseinandersetzung in den letzten Jahren zumindest
in Gang gekommen, wenn auch verspätet. Schwarze Frauen forderten dies schon
seit Jahren. Von Diskussionszusammenhängen weißer Männer über ihr sexistisches
und rassistisches Dominanzverhalten ist bisher wenig bekannt geworden.
Desweiteren wäre angesagt,
die Macht und die Privilegien, die wir aufgrund unserer Hautfarbe und sozialen
und politischen Position haben, tatsächlich für antirassistische und antisexistische
Parteinahme zu nutzen, anstatt zur Sicherung unserer eigenen Herrschaftsposition.
Privilegien nutzen heißt hinsehen statt weggucken, öffentlich machen statt
verschweigen, eingreifen statt weggehen, abgeben statt beanspruchen und sich
abends im Spiegel ansehen zu können, ohne daß einer oder einem übel wird.
(9)
Eine weitere Forderung
ist, unsere Politik so auszurichten, daß sie nicht an den Interessen von Schwarzen,
MigrantInnen, JüdInnen und Flüchtlingen vorbeigeht. Das möchte ich an einigen
Beispielen verdeutlichen. Eine beliebte anarchistische Kampagne, wie z. B.
der Wahlboykott geht an der Lebensrealität der in Deutschland lebenden Nicht-Deutschen
schlichtweg vorbei. Denn sie haben das Wahlrecht ja nicht mal, das heißt,
sie haben auch nicht die Wahl, zu entscheiden, ob sie es für angebracht halten,
wählen zu gehen oder nicht. Und natürlich gibt es für sie keine Veranlassung
an einer Wahlboykottaktion mitzumachen.
In diesem Sinne ist
diese Aktion auch ausgrenzend. Es geht nicht darum, nicht mehr zum Wahlboykott
aufzurufen, sondern darum, unsere politischen Ziele in einen Zusammenhang
mit den Interessen von den Menschen zu stellen, die von bestimmten Privilegien
ausgeschlossen sind. Es geht um die Verbindung, Kommunikation und Auseinandersetzung
verschiedener Interessen.
Ein anderes Beispiel
sind die Aktionen gegen die Einführung des neuen Personalausweises, z. B.
die Paßvernichtungen. Klar, daß Widerstand gegen jede neue Form von besserer
Überwachung durch den Staat notwendig ist, aber eben nicht, ohne mit einzubeziehen,
daß viele Nicht-Deutsche gerne in Besitz eines deutschen Passes wären, weil
damit zum Beispiel ihr Überleben gesichert
wäre.
Diese Lebensrealität
anderer Menschen auszublenden, ist Dominanzverhalten.
Auch Aktionen, bei denen
wir mit Gesetzgebung in Konflikt kommen und dies sehr bewußt mit einkalkulieren,
sind für viele Nicht-Deutsche undenkbar. Flüchtlinge würden damit ihre sofortige
Abschiebung in Folter oder Tod riskieren. Wir als weiße Deutsche können uns
jedoch solche Aktionen leisten und wenn wir sie dann noch mit einem revolutionären
Pathos unterlegen, wird es besonders schräg.
Unser bisheriges Politikverständnis
und unsere bisherige Aktionspraxis ist zu einem großen Teil Ausdruck weißer,
deutscher Dominanz. Ausgehend von unserer eigenen, kleinen, weißen, aber dominanten
Realität grenzen wir die Mehrheit der Weltbevölkerung aus. Dies zu verändern,
wäre ein tatsächlicher Schritt in Richtung einer antirassistischen, antisexistischen
und herrschaftsfreien politischen und sozialen Bewegung.
Sabine Zöller
Anmerkungen:
(1) Den Begriff "Dominanzkultur"
verwende ich nach Birgit Rommelspacher, die darüber mehrere Arbeiten publiziert
hat.
Diesem Redebeitrag liegen
hauptsächlich die folgenden zwei Aufsätze zugrunde:
1. Rechtsextremismus
und Dominanzkultur, in: Foitzik, Leiprecht, Marvakis, Seid (Hrsg.), "Ein
Herrenvolk von Untertanen", Rassismus - Nationalismus - Sexismus, Diss-Studien,
1992, S. 81-94
2. Nationale Identität
und Größenwahn, in: Deutschlands Einheit und Europas Zukunft, Redaktion Bruno
Schoch, Frankfurt 1992, S. 97-119.
Von Birgit Rommelspacher
liegen auch Aufsätze vor, die auf die spezielle Stellung von weißen, deutschen,
christlich sozialisierten Frauen innerhalb der Dominanzkultur eingehen. Da
dieser Redebeitrag für ein gemischtes Publikum gedacht war, bin ich darauf
nicht im Besonderen eingegangen.
(2) Rommelspacher, Rechtsextremismus
und Dominanzkultur, a. a. O., S. 81
(3) zusammengefaßt nach
Rommelspacher, Rechtsextremismus und Dominanzkultur, a. a. O., S. 81-86
(4) Rommelspacher, Rechtsextr.
u. Dominanzk., S. 87
(5) Diese und die folgenden
Thesen sind zusammengefaßt nach Rommelspacher, Nationale Identität und Größenwahn,
a. a. O.
(7) zitiert nach: siehe
oben, S. 116
(8) übertragen und verändert
nach: Dagmar Schultz, Kein Ort für uns allein - Weiße Frauen auf dem Weg zu
Bündnissen, in: Entfernte
Verbindungen, Rassismus
- Antisemitismus - Klassenunterdrückung, (Hrsginnen):
Ika Hügel, Chris Lange,
May Ayim, Ilona Bubeck, Gülsen Aktas, Dagmar Schultz, Orlanda Frauenverlag,
Berlin 1993
(9) Dagmar Schultz,
a. a. O., S. 175.
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