Danach begann der Krieg
in Slowenien, Kroatien und Bosnien... und die meisten Verbindungen zwischen
den AnarchistInnen zerbrachen. Bis auf zwei Anarcho-Punk-Treffen, die vorher
stattfanden, gab es seitdem keine direkten Kontakte zwischen AnarchistInnen
aus ex-Jugoslawien. Also war dies in gewisser Weise ein historisches Treffen.
Wir einigten uns (per e-mail), dass dies erste Treffen von allen von uns gemeinsam
organisiert werden sollte und das die nächsten Treffen von lokalen Gruppen
organisiert werden. Wir wählten das ökologische Dorf Zelenkovac in Bosnien
aus mehreren Gründen: zunächst mal hatten alle nach Bosnien ungefähr dieselbe
Anfahrtstrecke, zum zweiten brauchte keineR für Bosnien ein Visum und daher
gab es damit keine Probleme und natürlich ist es ein ökologisches Dorf, was
zu unserem anarchistischen Konzept passt.
Wir kamen am Freitag
nach und nach in Zelenkovac an und bis zum Abend waren die meisten von uns
da. Es waren ungefähr 90 TeilnehmerInnen und sie kamen aus allen früheren
jugoslawischen Staaten. Es waren Leute aus Slowenien, Kroatien, Bosnien und
Herzegowina, Jugoslawien (Serbien und Montenegro) und Mazedonien da. Es war
toll, all diese Leute zu treffen und für die meisten von uns war es nicht
nur politisch ein tolles Treffen, sondern auch emotional. Die Organisation
(wie z.B. Schlafplätze und Essen) hätte schon besser sein können, aber da
dies das erste Treffen war, das wir organisiert hatten, waren alle der Meinung,
dass es dafür okay war. Das Treffen fing am Sonnabend an mit der Vorstellung
der anwesenden Gruppen...
Aus Slowenien kam das
KUD Anarchiv aus Lubljana, ZAP (Zagreb Anarchist Movement) und Anfema (eine
anarcha-feministische Organisation) aus Kroatien, aus Jugoslawien die Belgrader
Libertäre Gruppe und GLIB. Aus Bosnien-Herzegowina und Mazedonien waren nur
Einzelpersonen und keine Gruppen da. Das Wetter war ein großes Problem, weil
der Raum in dem zur Verfügung stehenden Gebäude zu klein war und wir uns draußen
auf einem Feld neben dem Dorf versammelten, aber da kurz nach Beginn starker
Regen einsetzte, mussten wir uns in mehreren Kleingruppen aufteilen... Die
allgemeine Meinung war, dass wir mehr hätten erreichen können, wenn das Wetter
besser gewesen wäre, oder wie eineR sagte: "Gott ist offensichtlich nicht
auf unserer Seite, aber das macht nichts, wir sind schließlich auch nicht
auf seiner Seite..."
Einige der geplanten
Diskussionen mussten verschoben oder ganz gestrichen werden, aber es wurde
dennoch eine Menge getan und arrangiert. Es kamen viel Kontakte zustande und
viele verschiedene gemeinsame Aktionen wurden arrangiert. Es wurde über gemeinsame
Publikationsprojekte gesprochen und Gegenseitige Hilfe wurde diskutiert und
befürwortet. Wir stellten so was wie eine lokale Attraktion für die Leute
in der Umgebung dar und es kamen viele Leute vorbei und sprachen mit uns.
Die Geheimpolizei kam auch vorbei und stellte Fragen über das Treffen, aber
sonst unternahmen sie nichts.
Zum Schluss des Treffens
kamen wir überein, dass das nächste Treffen entweder in Zagreb (Kroatien)
oder in Belgrad (Jugoslawien) stattfinden wird; der genaue Ort wird noch diskutiert
werden. Ich kann sagen, dass das Treffen ein großer Erfolg war. Es zeigte
sich nicht nur, dass wir, die AnarchistInnen aus ex-Jugoslawien, eine so große
Veranstaltung auf die Beine stellen können, sondern wir erlebten auch, dass
die meisten von uns ähnliche Ideen zu den Problemen nicht nur der Welt, sondern
auch in den Ländern haben, in denen wir leben. Die meisten von uns kämpfen
mit allen Kräften gegen den Nationalismus und ich meine, dass in diesen schweren
Zeiten für den Balkan dieser Kampf das wichtigste ist, was wir tun können.
Anarcho-syndicalist greet
Ratibor T. Trivunac
Ljubi i voli vas
Rata
"Biti revolucionar i raditi na snazenju drzave znaci
prvo podizati pa posle rusiti, tj. znaci biti budala."
Krsta Cicvaric
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