Zum Thema Ausstieg aus der Atomenergie und Energiekonsens in Deutschland nachfolgende Satire (Juni 2000):

Der "wahre" Energiekonsens

Alles aussteigen, bitte...
Die Gruenen erzwingen den Atomkonsens!
Eine bittere Pille mussten die Gruenen zunaechst schlucken: Atomkraftwerke kann man gar nicht abschalten, weil es dafuer keinen Schalter gibt. Doch jetzt hat die Gruenen-Spitze im Streit um den Atomausstieg ueberraschend saemtliche Grundpositionen ihrer Politik gegen die SPD durchdruecken koennen. Das geht zumindest aus einem der Titanic zugespielten Geheimvertrag zwischen Nuklearwirtschaft und Bundesregierung hervor. Und es kommt noch besser: Dank zaeher Verhandlungsfuehrung konnte Juergen Trittin der Atommafia auch die ziemlich feste Zusage abringen, dass in den naechsten 30 Jahren hoechstens zehn, aber nicht mehr als zwanzig Reaktoren neugebaut werden. Damit duerfte das Atomzeitalter in der Bundesrepublik endgueltig der Vergangenheit angehoeren.

Energiekonsensvertrag

Folgende Punkte werden von den Endunterzeichneten als bindend fuer den Betrieb von atomtechnischen Anlagen i.S. des Atomgesetzes festgelegt:

1
(1) Die Atomindustrie verspricht, dass alles ganz sicher ist und praktisch nichts passieren kann.
(2) Falls doch was passiert, sind jedenfalls nicht die Gruenen schuld.

2
(1) Alles muss schoen umweltfreundlich zugehen.
(2) Als zulaessige Hoechstgeschwindigkeit bei der Teilchenbeschleunigung gilt Tempo 100.
(3) Im Reaktorkern wird eine Tempo-30-Zone eingerichtet.
(4) Die elektrischen Anlagen des Atomkraftwerks werden durch eine auf dem Dach des AKW installierte Solaranlage versorgt.

3 Saemtliche Generatoren werden strikt nach dem Rotationsprinzip betrieben. Andernfalls droht die sofortige Stillegung.

4
(1) Frauen, Auslaender, Auslaenderinnen und behinderte MitbuergerInnen haben jederzeit freien Zugang zum Reaktorkern.
(2) Frauen duerfen aber nicht alleine schweres Wasser heben. Dabei muss ihnen jemand helfen, z.B. ein Behinderter.
(3) Auf dem Hof vom Atomkraftwerk muessen ausreichend Fahrradstaender und beleuchtete Frauenparkplaetze vorhanden sein.

5
(1) Atommuell muss sortenrein getrennt und in mindestens drei verschiedenfarbigen Behaeltern aufgehoben werden.
(2) Atommuell darf aber erst weggeworfen werden, wenn ganz sicher ist, dass man nicht noch irgendwas davon brauchen kann.
(3) Es darf nicht immer derselbe dran sein mit Atommuell runterbringen.
(4) Wer Brennstaebe in die falsche Tonne wirft, kann was erleben.

6
(1) Sogenannte weiche Drogen sind auf dem gesamten Gelaende des AKW legal.
(2) Natuerlich auch in der Schaltzentrale.
(3) Immer schoen langsam machen.
(4) Die komischen Farben haben nichts zu bedeuten und waren vorher schon da.

7
(1) In sog. Schnellen Bruetern duerfen nur noch Freilandelektronen aus Bodenhaltung verwendet werden.
(2) Saemtliche Schutzanzuege muessen asbestsaniert werden.
(3) Der Kraftwerksbetreiber wird von der Pflicht zur Bereitstellung einer vegetarischen Vollwertmahlzeit auch dann nicht entbunden, wenn ein GAU oder so eintreten sollte.
(4) Der Bierpreis betraegt auf dem gesamten AKW-Gelaende fuenf Mark pro Liter.
(5) Die zum Betrieb eines AKW noetigen Tiertransporte duerfen nicht ueber mehr als 150 Kilometer Entfernung fuehren. Der Fahrer muss zwischendurch auch mal anhalten und den Tieren gut zureden.

8
(1) Homosexuelle duerfen im Atomkraftwerk heiraten.
(2) Und Kinder adoptieren.
(3) Aber nicht missbrauchen.

9 Politisch Verfolgte geniessen Asyl.

10 Uran darf nicht aus solchen Laendern bezogen werden, wo es von kleinen Kindern mit blossen Haenden abgebaut wird.

11
(1) Niemand darf Blutkrebs bekommen.
(2) Sonst muss er zum Arzt.

12 Die Gruenen muessen an der Regierung bleiben, sonst macht die Atommafia, was sie will.