Einblicke in die Geschichte der Schulstreiks



Schulstreiks Geschichte Fridays For Future Schulstreik Gegen Wehrpflicht

Es heißt wieder Schulstreik. Anstatt in ihre Klassenzimmer, strömen wieder Tausende auf die Straßen und kämpfen für ein besseres Leben. Waren es in den 2010ern eine Veränderung des Bildungssystems, seit 2019 der Umwelt- und Klimaschutz, so ist es heute die Bekämpfung der drohenden Wehrpflicht, gegen die gestreikt wird.

Aber nicht erst heute stehen Schulen leer, weil ihre Insassen meinen, wichtigeres zu tun zu haben, als ihre Liebe für das hiesige System anerzogen zu bekommen und sich für den Arbeitsmarkt stählern zu lassen. Auch wenn sie keine direkt produktive Arbeitsleistung unterlassen, schafften die Streikenden in der Geschichte dennoch immer wieder, den geregelten Alltag zu stören und Aufmerksamkeit auf ihre Anliegen zu lenken. Dass auch das eine Wirkmacht hat, zeigt sich spätestens an den Repressalien, mit denen die hiesige Ordnungsmacht antwortet.

Dieser Artikel ist mein Versuch, einen Einblick in die Geschichte der Schulstreiks und ihrer Errungenschaften sowie Misserfolge zu geben. Wofür streiken Kinder und Jugendliche? Wann sind ihre Streiks von Erfolg gekrönt? Und was können wir daraus lernen?

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Eine kurze Begriffsklärung vorab

Der Streik als strategisches Kampfmittel reicht in seinen überlieferten Ursprüngen zwar über 3.000 Jahre zurück, aber erst mit der Industrialisierung verbreitete sich der Streik als gängiges Kampfmittel. Eng verknüpft mit der Arbeiter:innenbewegung und dem Aufbau von Gewerkschaften.

Inspiriert von ihren Eltern, ermächtigten sich seit Beginn der modernen Arbeitskämpfe auch die Kinder und Jugendlichen der Arbeiter:innenbewegung, ihre eigenen Streiks zu organisieren, sich mit den Streiks ihrer Eltern zu solidarisieren oder gar den Anstoß für einen Generalstreik zu geben.

Als Schulstreik verstehe ich die Verweigerung der Unterrichtsteilnahme der Schüler:innen mit dem Ziel, politische Veränderungen oder die Verbesserung der eigenen Lebenslage zu erkämpfen (was natürlich oft zusammengehört). Die nicht-Teilnahme am Unterricht geht oft mit Protesten auf der Straße einher und kann in einzelnen Fällen auch Schulbesetzungen- oder Zerstörungen mit sich bringen. Es gibt auch Schulstreiks, die vom Lehrpersonal ausgehen, der Fokus soll an dieser Stelle aber auf den Aktionen der Kinder und Jugendlichen liegen.

Streiks vor 1900

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Schulstreiks so alt sind wie die Schule selbst. Die ersten sicher überlieferten Streiks spielten sich aber erst zwischen 1633-1672 in Frankreich und 1633-1851 in England ab. Mit dem Ziel, das Ende der Prügelstrafe zu erwirken, blieben die Schüler:innen damals nicht nur der Schule fern, sondern führten teilweise auch Schulmeutereien durch und wehrten sich mit Gewalt gegen Lehrende, die sich ihnen gewaltbereit in den Weg stellten. Viel mehr ist über Schulstreiks aus der Zeit vor dem 20. Jahrhundert allerdings nicht bekannt. (1)

Gut aufgezeichnet hingegen ist ein markantes Beispiel um 1900 herum, bei dem es in Wrzesnia und anderen Teilen des damaligen Westpreußens zum Streik gegen die aufgezwungene Unterrichtssprache kam. In der 5.000 Einwohner:innenstadt mit rund 70 Prozent polnischsprachiger Bevölkerung wurde 1901 veranlasst, von nun an auch den Religionsunterricht – das letzte verbliebene Fach, in dem auf Polnisch unterrichtet werden durfte – auf Deutsch durchzuführen. Für die Schüler:innen und ihre Eltern war das endgültig zu viel und sie weigerten sich standhaft, die religiösen Texte auf Deutsch zu lernen. Entweder blieben sie dem Unterricht gänzlich fern oder schwiegen die gesamte Unterrichtseinheit. Die Folgen: Repressionen von Prügelstrafen für die Kinder bis Freiheitsentzug für die Eltern, die den Streik unterstützten.

Als dann 5 Jahre später 200 weitere Schulen ihre Unterrichtssprache ändern sollten, waren es 60.000 Kinder, die sich weigerten. Eine Welle des Ungehorsams lähmte das Schulsystem und die preußischen Behörden versuchten alles, um den Streik zu brechen. Mit Erfolg. Denn, nachdem Gespräche und Prügelstrafen scheiterten, drohten die Behörden, die streikenden Kinder von ihren Eltern zu trennen und konnten den Streik so nach einigen Wochen zum Erliegen bringen. Zurück blieben nur weitere Prügelstrafen, manipulierte Abschlussnoten sowie Geld- und Gefängnisstrafen. (2)

Streikwelle in Großbritannien und Irland

Nicht gegen die Sprache des Unterrichts, sondern vielmehr gegen dessen Inhalte streikten die Schuljungen von Broken Hill 1892. Inspiriert von ihren gewerkschaftlich organisierten Eltern, blieben sie dem Unterricht fern und bildeten stattdessen ein Streikkomitee. Dieses verfasste ein „Manifest“ mit der Forderung nach weniger Geometrieunterricht und mehr Ferien. Der Lehrer rief die Kinder zurück in das Klassenzimmer, um mit ihnen über ihr Vorhaben zu diskutieren. Als diese der Aufforderung nachkamen, zückte er aber seinen Rohrstock, verprügelte die Kinder und erstickte den gerade einmal 15-Minuten alten Streik bereits im Keim. (3)

Was sich bei diesem Streik bereits zeigt: die Aktionsform des Streiks – und überhaupt der Wille, zu streiken – finden immer wieder besonders dort Anklang, wo auch die Arbeiter:innen Streikerfahrungen hatten. Aber auch die Repressionen, wie die Prügelstrafe, sind ein steter Begleiter der Streiks

Mit immer wieder auftretenden Streikwellen versuchten die Kinder von Großbritannien und Irland zwischen 1889 und 1911 diese Prügelstrafe zu bekämpfen. Ihren Höhepunkt fanden die Proteste dabei im September 1911, als ein Schüler wegen des Herumgebens eines Zettels in der Klasse körperlich bestraft wurde. Das war für die Schüler von Llanelly der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Lange genug hatten sie ewige Stunden des monotonen repetitiven Unterrichts über sich ergehen lassen, in denen sie von den Lehrenden getriezt und als minderwertig behandelt wurden. Jetzt, nach der erneuten Prügelstrafe, zogen die Schüler einen Schlussstrich und verließen aus Solidarität mit ihrem Mitschüler geschlossen das Klassenzimmer. Sie zogen als Protestzug für eine Weile singend und buhend durch die Straßen, bevor sie später am Tag wieder zur Schule zurückkehrten. Ihr kurzer Akt des spontanen Streiks reichte den Behörden aber bereits aus, um finanzielle Sanktionen gegen die Familien der streikenden Kinder zu verhängen. Ein weiterer Streik, der kurz nach Ausbruch beendet wurde?

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Nein, denn nicht nur die Kinder in Llanelly hatten genug von dieser Tyrannei. Der Streik hatte gerade erst begonnen und breitete sich innerhalb der nächsten drei Wochen wie ein Lauffeuer auf 62 Städte aus. Überall bildeten sich Streikkomitees, die versuchten, die Geschehnisse zu koordinieren. Oft waren es besonders die älteren Schüler:innen, die den Ton angaben und sich anderen Kindern teils drohend in den Weg stellten, wenn diese nicht teilnehmen wollten. Die so organisierten Schüler:innen zogen mit Bannern durch die Straßen, während sie lauthals ihre Forderungen propagierten. Bewaffnet mit Töpfen, Trillerpfeifen und Mundharmonikas bildeten sich einigen Ortes ganze Orchester, um ihren Forderungen Ausdruck zu verleihen. Die Populärste war der Ruf nach „Weniger Stunden und keine Rute“ und weitere forderten eine Bezahlung für die Jungen, die eine (Pausen-)Aufsichtspflicht wahrnahmen, weniger Hausaufgaben und kostenlose Schulmaterialien.

Besonders groß waren die Streiks in Industriestandorten und auch dort besonders in den ärmeren Gegenden. Während der Vorsitzende der Bildungsbehörde von Hull die hohe Streikbereitschaft der ärmlichen Bezirke auf die dort „mangelnde elterliche Fürsorge“ schob, ist wohl eher davon auszugehen, dass auch hier die Ursache eher in der präsenten Arbeiter:innenbewegung lag. Nicht selten waren es Bezirke, in denen die gewerkschaftlichen Mitgliederzahlen zu der Zeit immer weiter anstiegen und es erst kurz zuvor zu Arbeitskämpfen gekommen war. Dadurch hatten die Kinder selbst erfahren, wie Tarifverhandlungen und Streiks aussehen können und welche Macht in standhafter Solidarität innewohnen kann. Von diesen Streiks übernahmen die Schüler:innen weitgehend die Methodik und gaben ganz offen deren Vorbildfunktion zu. Ein gängiger Spruch war „Wir streiken, weil unsere Väter streiken.“ und ein Junge erklärte später „Unsere Väter hungerten, um das zu bekommen, was sie wollten; was unsere Väter getan haben können wir auch tun.“

Dass sich der Streik innerhalb von wenigen Wochen auf eine so große Fläche verbreiten konnte, lag neben der Entschlossenheit Einzelner auch an Zeitungsberichten sowie mobilen Streikposten und Protestzügen, die zu den bisher uninformierten Schulen zogen. So abrupt, wie sich der Streik ausgebreitet hatte, so abrupt endete er auch wieder, nur leider ohne wirkliche Erfolge. Während die Arbeitsstreiks ihrer Eltern im Sommer 1911 einen weiten Teil der Industrie zum Erliegen gebracht hatten, sodass sie einige Zugeständnisse und kleinere Erfolge erzielen konnten, befanden sich die Kinder offenbar in einer anderen Position. Die relative Schwäche ihrer Stellung und ihrer allgemeinen Beständigkeit zeigte sich an vielen Schulen, als das Erscheinen einer Autoritätspersonen bereits dafür ausreichte, den Streik in sich zusammenbrechen zu lassen. Darüber hinaus fehlte es den Schüler:innen an Unterstützung. Die Eltern waren in ihren Kämpfen zwar eine Orientierung für die Streikenden, unterstützen sie aber wenig bis gar nicht. Neben dem Schulpersonal waren sie oft auch diejenigen, die am lautesten gegen den Streik agitierten und ihre Kinder teils selbst von der Straße pflückten, um sie zurück in den Unterricht zu zerren. Daher ebbten die Streiks nach der anfänglichen Begeisterung schnell wieder ab und der größte direkte Erfolg blieb die Auszeit von einem sonst so tristen Schulalltag. (4, 5, 6)

Im kanadischen Montreal wurde diese Tristheit 1913 von einer Lehrerin im negativen Sinne durchbrochen als diese ihre jüdischen Schüler:innen als „dreckig“ bezeichnete und lautstark herausposaunte, man solle alle jüdischen Kinder der Schule verbannen. Als daraufhin fünf Schüler zur Schulleitung gingen, um eine Entschuldigung der Lehrerin zu erwirken, wurden sie von der Leitung nur als Unruhestifter beschimpft und wieder fortgeschickt. Später am Nachmittag trafen sie sich und planten zu streiken. Einen Tag darauf, als sie in ihren Unterricht gehen wollten, mussten sie feststellen, dass die gleiche Lehrerin vor ihrer Nase die Türen verriegelt hatte. Kurz entschlossen zogen sie durch die Schule, um ihre Mitschüler:innen zu informieren und begannen bald darauf mit mindestens 200 Schüler:innen ihren Streik. Viele davon kamen aus jüdischen Arbeiter:innenfamilien, die sich noch gut an den recht erfolgreichen Schneiderei-Streik ihrer Eltern ein Jahr zuvor erinnern konnten. Auf einem nahegelegenen öffentlichen Platz errichteten sie einen Streikposten, der schon bald von der Polizei und städtischen Presse besucht wurde. Der polizeiliche Versuch, den Protest zu beenden scheiterte, während die Presse am nächsten Tag in jeder Zeitung über das Geschehen berichten konnte. Um sich noch mehr Unterstützung für ihr Anliegen zuzusichern, zogen einige Abgesandte zu einer bekannten jiddischen Zeitung und weitere zu den Vorstehenden der jüdischen Gemeinde. Letztere traten bald darauf in Gespräche mit der Schulleitung- und Kommission und konnten erwirken, dass sich die Lehrerin für ihre „missverständlichen“ Worte entschuldigte. Damit schien sie den Forderungen ausreichend nachgekommen zu sein, denn schon kurz darauf kehrten die Streikenden zurück auf die Schulbank. (7)

Der große Berliner Schulstreik 1919

Ein paar Jahre später kam es im Freistaat Preußen aus zwei verschiedenen politischen Richtungen zu Schulstreiks. Der erste war eine Antwort auf die versuchte Reform des pädagogischen Systems. Diese sah unter anderem die Einführung von Schüler:innenräten vor, angelehnt an Arbeiter:innen- und Soldatenräte. Bei dem Versuch lief dies allerdings fast nie so wie geplant. Die Lehrkräfte wehrten sich oftmals dagegen, ihre Autorität abzugeben. Aber auch bei den Schüler:innen stieß dies nicht überall auf Interesse. Besonders in Schulen, deren Schüler:innen aus rechtsgelehnten Mittelklasse-Familien stammten, wurde sich entgegen solcher Räte gewehrt. Die Schüler:innen attestierten sich selbst, nicht reif genug zu sein, um Räte zu bilden oder wollten diese nur unter der Schirmherrschaft rechter Parteien dulden. Dort, wo es diese rechte Vormachtstellung gab, fungierte ihr „Rat“ als Koordination für einen Schulstreik. Als in Stettin und Greifswald die Bilder des gefallenen Monarchen, Kaiser Wilhelm II. aus den Klassenzimmern entfernt werden sollten, streikten die Schüler:innen so vehement, dass der Kultusminister persönlich mit den Stettiner Räten zusammenkam, um die Angelegenheit zu diskutieren.

Auch das zweite Streikereignis im Frühjahr 1919 wurde von Räten organisiert. Anders als in Stettin und Greifswald ging es hier aber nicht darum, sich selbst zu demütigen und den Stiefel eines Monarchen zu lecken, sondern ein besseres Leben zu erkämpfen. Und dies nicht durch von oben aufgesetzte Schul- und Berufsschul-Räte, sondern von solchen, die sich aus der Basis heraus selbst bildeten. In einer berlinweiten Vernetzung trafen Mandatierte zusammen, um Beschwerden zu diskutieren und sich bereits vor dem großen Streik im Sommer zu koordinieren.

Ihren Höhepunkt fanden sie dann in besagtem Sommer 1919 bei der wohl größten Aktion der Schüler:innenräte. In etwa 3.000 junge Menschen kamen am 27. Juni in der Bötzow Brauerei zusammen, und stimmten mit riesiger Mehrheit für das Bestreiken der Berliner Berufsschulen. Vielerorts wurde die Mobilisierung durch die Freie Sozialistische Jugend initiiert, in der sich zu dieser Zeit auch noch ein Teil der anarchistischen Jugend organisierte. Doch die neu gebildeten und unabhängigen Schüler:innenräte übernahmen schnell selbständig die Führung und formulierte eigene Forderungen. Teil davon waren die Forderung nach der Abschaffung des Abendunterrichts, der körperlichen Züchtigung und des Nachsitzens sowie die volle „Anerkennung der Schülerräte und Schülerversammlungen als Vertretungsorgane der Jugend mit Mitspracherecht in allen Schulangelegenheiten“. Wenig naiv formulierten sie auch, dass ihr Ziel einer tatsächlich sozialistischen Schule erst in einem anderen System verwirklicht werden könne und der Kampf sich daher nicht auf diese Forderungen beschränken würde.

Ab dem nächsten Tag begann der Streik: Die Schüler:innen trafen sich vor Unterrichtsbeginn oder in einer Pause auf dem Schulhof, um gemeinsam dem Unterricht fernzubleiben. Einige von ihnen hielten kurze Reden und trugen die Streikforderungen erneut vor, um dann über den Streik und dessen Forderungen abstimmen zu lassen. Anschließend zogen die eingeheizten Streikenden als Protestzug durch ihren Kiez. Lehrkräfte oder Schulleitungen, die sich den Schüler:innen dabei in den Weg stellten, wurden von diesen verhöhnt und nicht weiter beachtet. Ein Schulleiter ohrfeigte mehrere Streikende, um seine Autorität zurück zu erlangen, musste daraufhin aber ängstlich vor der Wut der Schüler:innen in seine Schule fliehen. Mehrfach versuchten Polizei und Militär, die Streikenden einzuschüchtern und verhafteten zahlreiche Jugendliche, verhängten mehrere tausend Geldstrafen. Einen der Streikzüge griff die Prügelgarde mit ihren Schlagstöcken an, aber auch das brachte ihnen keinen Streikbruch, sondern lediglich einige blaue Flecke der sich wehrenden Jugend ein.

Stattdessen streikten in den kommenden Wochen schätzungsweise über 30.000 Schüler:innen und verwandelten damit acht von zehn Berufsschulen Berlins in den Leerstand, der bis zum Beginn der Sommerferien am 4. Juli anhielt. Auf Bitte der Schulverwaltung kam es schließlich zu Verhandlungen mit den Räten. Diese führten dazu, dass der Unterricht nun nicht mehr nach 18 Uhr stattfinden sollte und körperliche Züchtigung sowie das Nachsitzen der Zustimmung der Räte bedurft – was in der Praxis einer Abschaffung gleichkam. Auch die Wahl von Klassen- und Schulräten wurde genehmigt. Ihre Aufgabe sollte allerdings lediglich darin bestehen, Beschwerden zu sammeln und beim Maße der Bestrafung mitzureden. An anderer Stelle hatten sie kein Mitspracherecht.

Nicht zufrieden mit diesem Ergebnis kam es am 11. August, unmittelbar nach den Ferien zu einer Wideraufnahme der Streiks. Als zusätzliche Forderung verlangten sie die Aufhebung der bisher verhängten Freiheitsstrafen und Bußgelder.

In einer zweiten Verhandlungsrunde wurde beschlossen, dass der Unterricht vor 17 Uhr enden müsse, körperliche Züchtigung verboten sei und die Räte ein undefiniertes Mitspracherecht bekämen. Nach vier weiteren Streiktagen beschloss eine große Versammlung daraufhin am 14. August, den Streik für beendet, den Kampf für die eigenen Rechte in den Schulen jedoch nicht aufzugeben.

Drei Jahre später beklagten die Schüler:innen jedoch noch immer Handgreiflichkeiten von Lehrkräften. Die Unterrichtszeit wurde teilweise nach vorne verschoben, aber an den meisten Schulen gab es keine Räte mehr und wenn sie noch existierten, war ihre einzige Aufgabe Anliegen vorzutragen, über die dann die Lehrkraft entscheiden sollte. So waren die Erfolge nur von kurzer Dauer. Was aber blieb, war die Erfahrung der Jugend, die gekämpft und gesiegt hatte.

Ein paar Jahre später gab es 1930 einen 6-tägigen Schulstreik an neuköllner Schulen und einen weiteren 1931. Grund dafür waren Sparmaßnahmen der Berliner Stadtverwaltung. Auf dem Höhepunkt der Streiks, demonstrierten etwa 2.000 Schüler:innen und konnten Beispielsweise die Wiedereinstellung eines kommunistischen Lehrers erwirken. (8)

Unter den Nazis ist mir nur ein Schulstreik als solcher bekannt, der sich 1937 im saarländischen Frankenholz abspielte. Hier kam es zum Streik als die Kruzifixe in den Klassenräumen durch Porträts von Hitler ausgetauscht wurden. Anders als bei den vorhergegangenen Streiks waren es hier allerdings die Eltern, die sich dem Unterricht in den Weg stellten, ihre Kinder daran hinderten, in die Schule zu gehen. Der Streik war zwar insofern erfolgreich als dass die Kruzifixe – nach ausreichend Repressionen gegen vermeintliche Rädelsführer:innen – zurückkamen, kurz darauf wurde allerdings das NS Schulsystem eingeführt und die Porträts wurden zur Pflicht.

Der wohl längste Streik der Geschichte

Der wohl längste Schulstreik der Geschichte dauerte ganze 25 Jahre. Seinen Anfang nahm er am 1. April 1914, als 66 der 72 Kinder der Dorfschule von Burston auf die Straße gingen, um gegen die Entlassung ihrer Lehrkräfte Tom- und Kitty Higdon zu protestieren. Angeführt wurde der Zug von nur einem einzigen Banner – darauf stand in großen Buchstaben das Wort „Gerechtigkeit“.

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Die Higdons, beide christlich-sozialistisch, hatten sich wiederholt für bessere Schulbedingungen eingesetzt und die Zwangsarbeit der Kinder auf den Feldern sowie die Ungleichheit im Dorf angeprangert. Unterstützt wurden sie dabei von Landarbeitenden, Gewerkschaften und anderen Teilen der Arbeiter:innenbewegung. Doch genau dieser Einsatz verstärkte auch den Konflikt mit dem neuen Dorfpfarrer. Als Leiter der Schule stellte er sich gegen Bestrebungen nach besserer Bildung und verkörperte mit seinem sechsmal höheren Gehalt den sozialen Gegensatz zur arbeitenden Dorfbevölkerung. Als die Higdons die Gemeinderatswahl gegen den Pfarrer gewannen, versuchte dieser Tom und Kitty mit immer neuen Vorwänden aus der Schule zu werfen. Als alle Anschuldigungen widerlegt waren, genügte schließlich der Vorwurf, unhöflich gegenüber der Schulleitung gewesen zu sein, um die beiden zu entfernen.

Nach dem Protest des ersten Streiktags kehrten die Kinder nicht in ihre alte Schule zurück, sondern setzten ihren Unterricht im Grünen fort. Die Konsequenz: 18 Eltern wurden mit Geldstrafen belegt und mehrere Landarbeitende verloren ihre Arbeit – für viele eine existenzielle Bedrohung. Der Schulleiter vertrieb die streikenden Familien von seinem Landbesitz und ließ ihre Ernte zerstören. Doch aufgrund eines Mangels an Arbeitskräften, mussten die Entlassenen bald wieder eingestellt werden.

Der Streik ging weiter. Mit Beginn des Winters verlegten die Aufsässigen ihren Unterricht in eine leerstehende Werkstatt. Am Ende des ersten Streikjahres waren durch solidarische Gewerkschaften und die Labour-Partei genug Spenden zusammengekommen, um eine eigene Schule zu bauen. Sie wurde zur „Schule der Freiheit“ – und bestand bis zum Tod von Tom Hidgon im Jahr 1939. Da Kitty den Unterricht nicht allein weiterführen konnte, schickte sie nach 25 Jahren die letzten Schüler:innen zurück in die Dorfschule. Heute erinnert die „Strike School“ als Museum, an den Burstoner Kampf für Bildung und Gerechtigkeit und ist Treffpunkt für jährliche Gewerkschaftstreffen. (9, 10)

Die Segregation bekämpfen

Weniger unterstützt von Gewerkschaften, aber durch die eigene Community waren die Streikenden von Farmville, die sich gegen die Segregation wandten, die in den USA jeden Lebensbereich – also auch die Schule - betraf. Überfüllte, kaputtgesparte Schulen mit zweitklassiger Bildung (wenn überhaupt) für die einen und geräumige, gut finanzierte „Elite“schulen für die anderen. Barbara Rose Johns aus Farmville, Virginia hatte davon genug und schmiedete einen Plan.

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Als die Schüler:innen am 23. April 1951 in das Auditorium gerufen wurden, erwarteten alle eine Rede des Schulleiters. Dieser war aber zuvor von dem bisher geheimen Streikkomitee mittels eines falschen Anrufs von der Schule weggelockt wurden und statt ihm stand die 16 jährige Barbara am Pult und ermunterte ihre Mitschüler:innen zu streiken. Von ihrer Rede überzeugt traten alle 450 in den Streik mit ein und bald unterstützte die gesamte Schwarze Community den Streik. Als Folge ihrer Proteste sicherte der Supreme Court ihnen zwar zu, dass die getrennte Schulbildung nicht der Verfassungskonform sei, aber vor Ort bildete sich Protest von rechten Kräften gegen die möglichen Veränderungen. Das führt letzten Endes auch dazu, dass keine bessere Schule eröffnet wurde, sondern auch die schlechte geschlossen werden musste und der Unterricht erst 1964 wieder aufgenommen werden konnte. Barbara musste aufgrund von mehreren Angriffen auf ihre Familie schon vorher zu ihrem Onkel nach Alabama fliehen. (11)

Dort kam es zwölf Jahre später, 1963, zu einem Schulstreik, bei dem Schwarze Schüler:innen gegen die Segregation ankämpften, indem sie acht Tage lang der Schule fern blieben. Initiiert von verschiedenen christlichen- und Menschenrechtsorganisationen marschierten die 4.000 Kinder am 2. Mai in kleinen Grüppchen in Richtung Rathaus, wo sie sich friedlich von der Polizei verhaften ließen. Bald stieß das städtische Gefängnis, in das sie gesperrt wurden, an seine Grenzen, sodass sie zum Teil wieder freigelassen wurden. Nicht eingeschüchtert, gingen die Kinder auch am nächsten Tag wieder auf die Straße, wo sie nun von der Polizei bereits mit Wasserwerfern, Hunden und Schlagstöcken in Empfang genommen wurden. So setzte sich der Streik die nächsten Tage fort und die Polizei griff immer härter durch. Die Bilder der Polizeigewalt verbreiteten sich im ganzen Land, was dazu führte, dass es zu Verhandlungen kam und den Forderungen nach der Aufhebung der Segregation in öffentlichen Räumen und privaten Unternehmen nachgegeben wurde. Nur einen Monat später sprach sich Präsident Kennedy für das Verbot der „Rassentrennung“ aus. Ein Erfolg, zu dem auch dieser Schulstreik beigetragen hatte. (12)

Kommunist:innen verteidigen sich

Weniger erfolgreich waren die damaligen Unabhängigkeitsverhandlungen zwischen dem singapurischen Staatschef mit dem Kolonisator Großbritannien 1955. Als Reaktion darauf trat dieser zurück und übergab sein Amt an Lim Yew Hock. Dieser wurde besonders für seinen kompromisslosen antilinken- und antikommunistischen Kurs bekannt, was im September 1956 auch zum Verbot der singapurisch-chinesische Mittelschüler:innen-Gewerkschaft (SCMSSU) führte. 3.000 Schüler:innen von zwei Schulen traten daraufhin in den Streik, lösten diesen nach Aufforderung der Regierung aber wieder auf. Als kurz darauf aber 142 Schüler:innen der Schule verwiesen, wichtige Gewerkschaftsmitglieder festgenommen und zwei Lehrkräfte entlassen wurden, besetzen am 10. Oktober rund 5.000 Schüler:innen ihre zwei Schulen. Sie verlangten die Wiederzulassung ihrer Gewerkschaft sowie die Rücknahme der erteilten Verweise und Entlassungen. Nach zwei Tagen der Besetzung ordnete die Regierung die vorübergehende Schließung der Schulen an und forderte Unbeteiligte auf, sich eine neue Schule zu suchen. Die Tendenz ging aber zur Unterstützung der Streikenden und so schlossen sich am 22. Und 23. Oktober Schüler:innen weiterer chinesischer Mittelschulen den Besetzungen an. Unterstützt wurden sie dabei moralisch und materiell von verschiedenen sozialistischen Gewerkschaften.

Die Streiks hielten an, bis die Regierung den Besetzer:innen am 24. Oktober das Ultimatum stellte, die Schule bis zum nächsten Tag 20 Uhr zu räumen. Doch nichts half. Nicht einmal der Appell an die Eltern, ihre Kinder doch nach Hause zu holen war nicht wirksam. Die Streikenden blieben. Als die Polizei eine nächtliche Ausgangssperre verhängte und die Schulen unter Tränengaseinsatz räumten, begann sich der Streik in einen Aufruhr zu verwandeln. Er breitete sich auch auf weitere Teile der Insel aus und es kam immer wieder zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Polizei nutzte die Nacht auch dafür, die Räumlichkeiten der kommunistischen Gewerkschaften zu verwüsten und über 2.000 Menschen zu verhaften. Darunter auch Gewerkschaftsführer, die von der Regierung vermutlich aus dem Weg geräumt werden sollten. Einen Monat nach Beginn der Streiks, nahmen am 13. November alle Schulen ihren Unterricht wieder auf. Geschwächt worden waren alle sozialistischen Kräfte des Landes. (13, 14)

Tag der Jugend – im Kampf gegen die Apartheid

Kommen wir zu einem der bekanntesten Beispiele für einen Schulstreik, zur Revolte von Soweto, Südafrika. Der Auslöser des Aufstands von 1976 war die Einführung von Afrikaans – der Sprache der Unterdrücker – als offizielle Unterrichtssprache. Fest entschlossen, dagegen zu kämpfen und voller Wut über das Apartheidssystem, was sie als minderwertige Menschen behandelte, traten bereits im April die ersten Schüler:innen in den Streik. Am 17. Mai waren es schon 1.700 und die Zahl stieg stetig an, bis am 8. Juni weitere Proteste unter Tränengaseinsatz niedergeschlagen wurden.

Doch der Wille der Jugend war nicht mehr so einfach aufzuhalten. Um den Kampf fortzuführen trafen sich am 13. Juni Vertreter:innen aus allen Schulen Sowetos und beschlossen für Mittwoch, den 16. Juni einen Demonstrationsaufruf. 15.000 Schüler:innen folgten dem Aufruf und strömten unter dem Ruf „Nieder mit Afrikaans“ aus verschiedenen Schulen heran. An den Kreuzungen erwartete die Polizei die bis dahin gewaltfreie Demonstration und griff sie mit Tränengas und scharfen Schüssen an. Dabei trafen bereits die ersten Kugeln den zwölfjährigen Hector Pitso, der kurz darauf in den Armen seiner Mitkämpfenden starb. Die Bilder davon gingen um die ganze Welt. Anstatt sich aber zurückzuziehen kämpften die Schüler:innen, schleuderten mit Steinen auf ihre Angreifer und setzten Polizeiautos in Brand. Diese verwandelte Soweto in ein Schlachtfeld und tötete bereits am ersten Tag der Proteste hunderte Menschen. Bald waren es mehr. Die Bewegung aber, die einst als Schulstreik gestartet war, breitete sich auf weitere Regionen und bald das ganze Land aus. Im August wandten sich die Schüler:innen hilfesuchend an die Arbeiter:innen und organisierten mit diesen in Soweto einen Streik, bei dem für drei Tage 80 Prozent der Arbeitenden ihre Arbeit niederlegten. Die Kämpfe gingen währenddessen und in den kommenden Monaten auch auf der Straße weiter. Sie dauerten gut zwei Jahre und kosteten etwa 600 Menschen das Leben – ein Großteil verursacht durch Polizeigewalt.

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Auch wenn der Aufstand blutig endete, war der Widerstand nicht gebrochen. Die Schüler:innen von Soweto standen mit ihrem Protest am Anfang eines Kampfes, der das Apartheidsregime in den 90ern zum Fall bringen sollte. Auch deshalb ist der 16. Juni seit 1995 unter dem Namen „Tag der Jugend“ ein öffentlicher Feiertag. (15, 16, 17)

Gegen ihre Kriege

Mit der 68er-Bewegung und den weltweiten Anti-Kriegs-Bestrebungen kam es auch zu vermehrten Streiks gegen die Kriege der Herrschenden. Am 1. Mai 1970 beispielsweise startete in den USA ein landesweiter Schulstreik gegen die Ausweitung des Vietnamkriegs auf Kambodscha. Als bei den Protesten Studierende erschossen werden, breitete sich der Protest auf eine Million Teilnehmende an über 745 Universitäten und Holschulen sowie 135 Gymnasien aus. Dabei kam es auch immer wieder zu gewaltvollen Zusammenstößen mit der Polizei. Über 100 schulische und universitäre Campus wurden für mindestens einen Tag geschlossen, 21 für den Rest des Schuljahres und etliche Abschlussprüfungen abgesagt. Bis zum Ende des Schuljahres war der Streik überall beendet, das Thema war aber dennoch in aller Munde. (18)

In eine Vielzahl an weltweiten Aktionen – darunter auch einige Schulstreiks – reihten sich die Schüler:innen aus Deutschland ein, als dann 1990 der zweite Golfkrieg (Irak-Kuwait-Krieg) begann. 30.000 Protestierende gingen in auf die Straße, um einen sofortigen Kriegsstopp zu fordern. Trotz eines Demoverbotes strömten die Demonstrierenden in Berlin zum Brandenburger Tor. Mit dabei auch Lehrkräfte, denn entgegen vieler anderer in diesem Text aufgeführten Streiks, war die Unterstützung der Lehrer:innen bei dieses Mal recht groß. Nur mancherorts war mit Einträgen wegen „unentschuldigten Fehlens“ zu rechnen. Ein direkter Erfolg der Protestierenden blieb dennoch aus. (19, 20)

So wie die Kriege nicht endeten, so ruhten auch die Schüler:innen nicht und als sich der Irakkrieg von 2003 anbahnte, wurden schon im Vorhinein die Proteste gegen die Kriegsgefahr immer größer. Einen Aktionstag, zu dem am 5. März 2003 europaweit mobilisiert und weltweit demonstriert wurde, begleiteten eine Reihe Schulstreiks. Unter dem Motto „Bücher statt Bomben“ verließen in Australien, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Großbritannien, Italien, Österreich, den USA, der Schweiz, Spanien und sicher noch weiteren Ländern Schüler:innen ihre Schulen. In Hamburg allein versammelten sich bereits am frühen Morgen 10.000 Streikende vor der Bildungsbehörde und wuchsen über den Tag auf das Doppelte an. Als sich die Demonstration in Richtung US-Generalkonsulat aufmachten wollte, mussten etliche Bekanntschaft mit den Knüppeln und Wasserwerfern der Polizei machen. Der Krieg startete auch in diesem Fall trotz der Proteste und Streiks. Der Erfolg bleibt, dass hunderttausende Schüler:innen in Deutschland alleine gegen die Kriegstüchtigkeit mobilisiert werden konnten. Spricht man heute mit Streikenden von damals, so stellt sich in meiner Erfahrung immer wieder heraus, dass dies für viele einen Beginn ihrer Politisierung darstellte. (21)

Griechenland kann streiken

Ein Sprung um 13 Jahre zurück, bringt den Blick auf Griechenland, wo sich im November 1990 die rechts-konservative Regierung an der Einführung eines neoliberalen Maßnahmenpakets versuchte. Um nicht zuzulassen, dass es zu Budgetkürzungen, der Privatisierung von Hochschulen und der Einführung strenger Strafen gegen Schüler:innen kommen könnte, riefen Schüler:innen und Student:innen kurzerhand einen Streik aus. Die Proteste weiteten sich aus und wenige Wochen später waren mindestens 2.000 Schulen besetzt. In den nächsten sieben Wochen kamen hunderttausende Schüler:innen der Oberstufe zusammen und stimmten immer wieder mit großer Mehrheit für eine Weiterführung der Besetzung. Wie bei verschiedenen anderen Schulbesetzungen waren die „linken“ Parteien nicht für die Radikalität der Streikenden bereit und konnten ihn so nicht beeinflussen. Ganz im Gegenteil. Im Dezember warben die Partei-Führungen der linken Parlamentarier noch für einen sozialen Frieden mit der rechten Regierung, was von den Streikenden mit Sprüchen wie: „Wenn sich im Parlament alle zusammentun, sind wir die einzige Opposition.“ Beantwortet wurde.

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Der Streik erreichte seinen tragischen Höhepunkt als Schlägertrupps, die mit der Rechten Regierung in Verbindung gebracht werden können, eine der besetzten Schulenangriffen und dabei einen der streikenden Lehrer töteten. Der Mord löste im ganzen Land Demonstrationen aus, bei denen allein in Athen am nächsten Tag 150.000 Menschen zusammenkamen. Als am Abend noch eine Demonstration der Schüler:innen stattfand, nutzte die Polizei eine kleine Provokation und eskalierte die Lage komplett. 3.500 Tränengasraketen und Rauchbomben wurden gezündet, Schüler:innen durch die Straßen gejagt und vier Menschen in einem Feuer verbrannt, welches durch eines der Polizeigeschütze verursacht wurde. Aber entgegen aller Eskalation von der Polizei erreichte der Streik sein Ziel und die Regierung war gezwungen, ihre Reformen zurückzuziehen. Grund dafür war vermutlich die Radikalität, Intensität und der gesellschaftliche Rückhalt der Schulstreiks. (22)

Bildungsstreiks ab 2006

In den Jahren ab 2006 entwickelten sich weltweit immer wieder Initiativen, die für ein besseres Schulsystem kämpften. Eine der radikalsten Bewegungen kam aus Chile, wo 2006 die revolución pinguina – Revolution der Pinguine stattfand. Ausgangspunkt waren die Proteste gegen das marode Bildungssystem von Ende April. Aber die Regierung ignoriert sie selbst dann, als am 19. Mai die ersten Schulgebäude besetzt wurden. Von da an breiten sich die Streiks von staatlichen bis zu privaten Schulen, von Santiago de Chile bis in den Rest des Landes aus, sodass am 30. Mai etwa 800.000 Schüler:innen, mit solidarischen Unterstützer:innen auf der Straße protestieren. An diesem Tag nahm die Polizei 700 Schüler:innen fest. Generell legte sie eine immense Brutalität an den Tag und sicherte damit den Klassenunterschied des Bildungssystems, gegen den die Protestierenden kämpfen. Denn zu dieser Zeit gingen nur acht Prozent der Kinder auf eine (bezahlte) Privatschule. Wer die Aufnahmeprüfung zur Universität bestehen wollte, hatte dort mit 91-prozentiger Wahrscheinlichkeit Erfolg, während nur knapp die Hälfte der Schüler:innen von staatlichen Schulen genügend Punkte erreichten.

Bereits in den Jahren zuvor kam es immer wieder zu Protesten, bei denen auch eine Schüler:innenkommission dem Bildungsminister ihren Forderungskatalog überreichte. Als die Schüler:innen im April feststellen mussten, dass dieser – anders als zugesichert – das Dokument nie gelesen hatte, geschweige denn – auch anders als zugesichert – darauf antworten würde, kam es zu den ersten Streiks.

Nach einem Monat der anhaltenden Streiks verkündete die Regierung einige große, populistische Veränderungen an. Die kritischen Schüler:innen aber hatten aus ihren Fehlern gelernt und gaben sich nicht mit leeren Versprechungen nicht länger zufrieden. Sie streikten eine weitere Woche und erwirkten so die Gründung eines „Rates für die Qualität der Bildung“, an dem auch Schüler:innen und Studierende beteiligt sein sollten. Ein Teilerfolg, der in der Zeit darauf einige Reformen ermöglichte, von den Streikenden aber dennoch kritisch und als unzureichend angesehen wurde. Auch wenn nicht alle Forderungen erreicht wurden, haben Pinguine gelernt, welche Kraft sie gemeinsam haben können.

Einige der Pinguine von 2006 waren wenige Jahre später an der Organisation der Universitätskämpfe von 2011 beteiligt. Auf ihrem Höhepunkt erreichte die Bewegung quasi einen Stillstand der Städte und hunderttausende Protestierende konnten weitere Reformen und den endgültigen Sturz des Bildungsministers erkämpfen. (23)

In Teilen Deutschlands kam es indes bereits 2008 vereinzelt zu Bildungsstreiks. 2009 gipfelten die Proteste gegen das Bildungssystem in einem bundesweiten Aktionstag, an dem über 250.000 Schüler:innen und Student:innen auf der Straße gingen. Ein breites Bündnis von 270 politischen Organisationen hatte den Streikaufruf unterzeichnet. Neben vielen Streik-Komitees waren darunter auch die Anarchistisch Syndikalistische Jugend Bonn und Recklinghausen/Herne sowie einige Syndikate der Freien Arbeiter:innen Union. Gefordert hatten die Streikenden die Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems und des wirtschaftlichen Einflusses an Schule- und Universität sowie kostenlose Bildung für Alle und die Demokratisierung des Bildungssystems. Anstatt zum Unterricht zu gehen, fanden Demonstrationszüge, Flashmobs und Podiumsdiskussionen statt. Anders als noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts gingen diese Streiks allerdings nicht mehr mehrere Tage oder Wochen am Stück, sondern fanden an einzeln ausgewählten Tagen statt – ganz so, wie wir es heute noch beobachten können. Ausnahmen stellten einige Universitätsbesetzungen dar. (24)

So auch in Österreich, wo 2009 über 60.000 Schüler:innen für die Verbesserung des Schulsystems streikten. Ziel war hier – neben einer generellen Verbesserung – vor allem, die sogenannten schulautonomen Tage zu erhalten, worauf die Politik aber nicht einging und es so einige Jahre später, im Dezember 2013, zu einem erneuten Streik kam. Dieses mal streikten etwa 10.000 Schüler:innen unter der zentralen Forderung nach einer Veränderung der Zentralmatura (das Äquivalent zum Abitur). Die Aktionen brachten zwar mehr Aufmerksamkeit für die Interessen der Schüler:innen, eine strukturelle Wirkung blieb jedoch aus. (25, 26)

Um die Kämpfe gegen die Art des Bildungssystems zu bündeln, wurde im Rahmen der Global Education Strikes am 16. März 2012 weltweit zu Schulstreiks mobilisiert. Vielerorts mit dabei: Schwarz rote Fahnen. Von Indonesien bis Thailand, von Marokko bis Chile, von Taiwan bis nach Kanada gingen Schüler:innen und Studierende in 35 Städten auf die Straßen. Ihr Ziel? Mal wieder der Kampf gegen Kürzungen und Privatisierungen des Bildungssystems. So schlossen sich die Kämpfenden unter dem Motto #1world1struggle zusammen, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Der Streiktag viel zeitlich mit dem Höhepunkt des Quebec-Streiks zusammen, bei dem Studierende (und nur für einen Tag auch Schüler:innen) über sechs Monate lang gegen die Erhöhung ihrer Studiengebühren streikten – mit Erfolg. (27, 28)

Streiks der jüngsten Vergangenheit – zwischen symbolisch und radikal

In der jüngeren Vergangenheit häufen sich die Aufzeichnungen von Schulstreiks. Mal beschränkten sie sich auf eine einzelne Stadt, wann anders breiteten sie sich weltweit aus. Mich interessierten zwar besonders ältere Schulstreiks, aber die Streiks der letzten 10 Jahre nicht ausgelassen werden. Dabei stehen sich meiner Meinung nach zwei Streikarten gegenüber. Rein symbolische und revolutionäre, die tatsächlich die Machtverhältnisse angehen wollen.

Zu ersteren gehören Streikereignisse wie der Kasseler Schulstreik gegen den maroden Zustand ihrer Schulen von 2017 oder die deutschlandweit auftretenden Streiks zwischen 2014 und 2016, die sich für ein „Bleiberecht für Alle“ und gegen eine generelle rechte Stimmungsmache einsetzten. Beide Streiks richteten sich mit Bitten an die jeweiligen Regierungen, da doch etwas zu ändern. Gegen ein System, was diese hervorruft, richtete sich nur ein sehr kleiner Teil der bis zu 4.000 Teilnehmenden. Daraus lässt sich, meiner Meinung nach schließen, dass in diesen symbolischen Demonstrationen wohl eher eine moralische Selbstreinwaschung steckt als dass ein tatsächlicher Versuch, der Veränderung vorgenommen wird.

Welchen Einfluss liberale Lehrende durch gut gemeinte Absichten oder manipulative Raffinesse auf die Streiks haben können zeigte sich 2017 in den USA. Als sich Schüler:innen den Protesten gegen einen rassistischen Mord und das darauffolgende Gerichtsurteil anschlossen, kam es zu einem spannenden Moment. Die Lehrenden genehmigten den Schüler:innen, zu Unterrichtsbeginn eine kurze Demonstration am Schuleingang abzuhalten, nahmen sogar daran teil. Als vereinzelte Teilnehmende auch nach Ende Dieser dem Unterricht fern bleiben wollten, schlug die große Güte einiger hochmotivierter Lehrkräfte um und sie trieben ihre Zöglinge zurück in die Schule. (29)

Ähnliches wäre vermutlich auch bei den Fridays for Future Streiks zu beobachten gewesen, als nicht selten ganze Schulklassen mit ihren Lehrer:innen auf den Demos auftauchten. Wie willkommen wären die Streiks aber noch gewesen, wenn die Streikenden auch den Rest der Woche nicht wieder in die Schule gekommen wären?

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Nichtsdestotrotz hat FFF es geschafft, eine Menge Schüler:innen zu mobilisieren. Essenziell dafür war nicht zuletzt die intensive Berichterstattung über die sich 2018 weltweit ausbreitenden Schulstreiks. Zur größten Aktionswoche stieg die Anzahl der Demonstrierenden 2019 in Berlin allein auf eine Million Menschen. Mit dabei auch Teile der Gewerkschaften. Der DGB hatte aber nicht selbst zum Streik aufgerufen, da die Angst vor dem Verbot des politischen Streiks zu groß war. Erst 2023 fand Verdi mit der Kampagne „Wir fahren zusammen“ eine Möglichkeit, dieses Gesetz zu umgehen. Wäre eine solche Kampagne zur Hochzeit der Bewegung umgesetzt worden, wäre sie vermutlich von größerem Erfolg gekrönt gewesen. Dafür aber verharrte ein Großteil der Bewegung vermutlich zu lange in ihrem oftmals rein symbolischen Protest, und ging keine tatsächlichen Machtverhältnisse an. Ich würde also sagen, dass Teile von FFF den Weg aus dem symbolischen Streik hin zu einem kämpferischen gefunden haben, sich aber allgemein nie durchsetzen konnten.

Wer mit Sicherheit nicht daran interessiert war, es bei Forderungen an die Regierung zu belassen, war die Jugend von Honkong, Serbien und der weltweiten Gen-Z Bewegung. Alle drei Ereignisse haben gemein, dass die Schulstreiks ein kleiner Teil größerer Bewegungen waren. In Hongkong beispielsweise fanden die 2019er Proteste gegen die Auslieferung von Gefangenen an die Volksrepublik China vor Allem in den Sommerferien statt. Sie verlagerten sich nach Schulbeginn aber auf die Campus der Universitäten und Schulen, von wo aus die weiteren Kämpfe organisiert und Bildungsveranstaltungen abgehalten wurden. Die Jugend führte die Aufstände zu großen Teilen an, beteiligt waren aber weitaus mehr Menschen. Ähnlich wie in Serbien 2025, wo nach dem Einsturz eines Bahnhofsdaches 65 Universitäten und einige Schulen bestreikt wurden, um die Landesweiten (eher bürgerlichen) Proteste zu organisieren. Diese richteten sich gegen die Regierung und Korruption und hätten nahezu einen Generalstreik ausgelöst. (30, 31)

Mit hoher Wahrscheinlichkeit kam es auch im Rahmen der weltweiten Gen-Z Bewegung (z. B. in Bangladesch, Marokko, Mexiko, Nepal oder Sri Lanka) zu einigen Schulstreiks. Sie waren aber immer nur Ausdruck eines größeren Aufstands und weniger ein gezielt gewähltes strategisches Mittel.

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Auch heute wird gestreikt

Das sind sie also. Die Schulstreiks der Vergangenheit. Aber nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch heute lässt sich dieses Kampfmittel vielerorts wiederfinden.

Beispielsweise in den USA, wo sich Anfang des Jahres eine Gegenwehr organisierte, um die zunehmenden Deportationen der Behörde ICE zu verhindern. Sie gipfelte nach der Tötung mehrerer Menschen in einem Generalstreik im Bundesstaat Minneapolis. Sowohl davor als auch danach fanden mehrere Schulstreiks statt, an denen sich tausende Schüler:innen beteiligten und als Konsequenz vorrübergehend von der Schule suspendiert wurden oder andere Repressalien erfuhren. (32)

Und mit dem Blick auf die heutigen Streiks in Deutschland gibt es zwei mir bekannte. Erstens der feministische Schulstreik in Dresden und zweitens die Schulstreiks gegen die Wehrpflicht. Bereits seit mehreren Jahren findet in Dresden der feministische Schulstreik am 8. März statt. Organisiert durch die syndikalistische Jugendgewerkschaft „Schwarze Rose“ stieg die Zahl der Streikenden stetig an und 2026 waren es dann schon 300 Teilnehmende, die zu verschiedenen Schulen der Stadt zogen. Dabei trugen sie sowohl themenbezogene Forderungen wie geschlechtsneutrale Toiletten oder einen inklusiveren Sexualkundeunterricht als auch allgemeine Forderungen wie die Vergütung von Freiwilligendiensten oder die Verstaatlichung von Privatschulen vor. (33, 34)

Und zu guter Letzt seien die aktuell wohl bekanntesten Schulstreiks gegen die Wehrpflicht genannt. Bereits beim ersten Streik am 5. Dezember 2025 nahmen in Deutschland rund 55.000 Schüler:innen teil. Damit reagierten sie auf den Vorstoß des Gesetzes zur Modernisierung der Wehrpflicht, was den Weg für die Wiedereinführung der Wehrpflicht ebnete. Von diesem sehr zentralen „Wehrpflicht verhindern“ ausgehend, entwickelten sich die Streiks zum zweiten Streiktag am 5. März 2026 bereits stärker in Richtung einer generellen antimilitaristischen Bewegung. Mit dieser inhaltlichen Weiterbildung bildeten sich bisher in über 130 Städten und Orten Streikkomitees und es kam vereinzelt auch zur Ausbildung von Studierendenkomitees. So wünschenswert, wie diese erneute Streikbewegung ist, so wichtig ist auch eine Weiterentwicklung, um nicht auch in die Sackgasse des symbolischen Protests zu laufen, sondern tatsächliche Veränderungen zu erkämpfen. Dafür bedarf es – ohne Frage – auch einer generell deutlich stärkeren antimilitaristischen Bewegung. (35)

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Ein Wort zum Schluss

Streiks waren und sind ein Instrument, für die eigenen Interessen einzustehen. Inspiriert durch die streikenden Arbeiter:innen entstanden die ersten Streiks. Heute ist es ein gängiges Mittel, um die Themen der Jugend zu vertreten und die Politisierung an den eigenen Schulen zu unterstützen.

Oft – gerade in der jüngeren Vergangenheit – waren Schulstreiks eher ein Mobilisierungserfolg und selten ein direkter Durchbruch. Wenn sich tatsächliche Veränderungen ergaben, dann weil die Streiks in eine allgemeine Bewegung eingebettet waren und/oder die Bildung einer solchen bedingten. Die Organisierungsform dieser starken Beispiele stellten Streikräte-, Komitees- oder Gruppen dar, die sich bei einer überregionalen Bewegung meist föderal organisierten, um sich an lokale Gegebenheiten anpassen zu können. Wie von selbst bildete sich immer wieder diese Art der Entscheidungsfindung heraus. Und wenn politische Gruppen oder Organisationen versuchten, die Bewegung für die eigenen Interessen auszunutzen, machte der Streik sich schnell unabhängig von ihnen.

Innerhalb der Räte brauchte es geschichtlich dennoch immer revolutionäre Kräfte, deren Stärke ausschlaggebend dafür war, ob ein Kampf symbolisch-reformistisch oder für Reformen, aber revolutionär, stattfand. Hilfreich für die Bündelung dieser Kräfte wäre eine Schüler:innengewerkschaft, in der die Kämpfe erlernt und gebündelt werden könnten, um so Gegenmacht kontinuierlich aufzubauen. Wenn es dann zu einem „spontanen“ Streikereignis kommen sollte, wären die Schüler:innen so nicht ganz unvorbereitet. Wurde, entgegen einer solchen langfristigen Organisierung zu einzelnen Streikevents mobilisiert, kam es nach einer (ersten) Niederlage oft zur generellen Lähmung der Kämpfenden. Die Aufgabe der anarchistischen, revolutionären Jugend ist daher umso mehr, zukünftige Streiks gegen reformistische wie auch autoritäre Bestrebungen zu verteidigen und nicht vorschnell aufzugeben, sich aber auch nicht auf möglichen Teilerfolgen auszuruhen.

Die Streiks müssen – auch wenn sie selbst oft nicht der große Wurf sind – genutzt werden, um erste Erfahrungen des Klassenkampfes zu sammeln, werden aber – aufgrund ihrer Stellung im Produktionsprozess – wohl nie als einzige Hoffnungsträger dienen können. Mit einem langfristig gedachten Aufbau von Schüler:innenorganisationen und einer Vernetzung mit anderen Kämpfen von Unten, ergeben sich neue Spielräume. Dann stehen die Chancen nicht schlecht, eine tatsächliche Verbesserung des Lebens, möglicherweise einen Generalstreik und vielleicht ja sogar den Weg in eine in allen Lebensbereichen befreite Gesellschaft erkämpfen zu können.

Deshalb:

NO CLASS TODAY – NO CLASS SOCIETY TOMORROW

Ciao.
Blumenhansi

Man möge mir bitte nachsehen, dass in diesem Artikel einige Streiks fehlen. Ich habe versucht, eine gewisse Bandbreite abzudecken, nehme aber gerne Hinweise zu weiteren interessanten Schulstreiks an.

QUELLEN

  1. Ariès, P. (2007). Geschichte der Kindheit.
  2. deutscheundpolen.de. (2004). 1901—Wreschener Schulstreik. deutscheundpolen.de. https://www.deutscheundpolen.de/ereignisse/ereignis_jsp/key=schulstreik_1901.html
  3. THE STRIKE OF SCHOOL BOYS. (1892, Oktober 5). The Sydney Morning Herald, S. 6.
  4. Baker, W. (2010). Explaining the outbreak and dynamics of the 1911 school strike wave in Britain. https://web.archive.org/web/20210905140814/http://citeseerx.ist.psu.edu/viewdoc/download?doi=10.1.1.836.665&rep=rep1&type=pdf
  5. Marson, D. (1972). Children’s strikes in 1911. libcom.org. https://libcom.org/article/childrens-strikes-1911-dave-marson
  6. Taylor, T. (1994). As the old cocks crow, the young ones learn: The school strikes of 1889 and the New Union movement. History of Education, 23(1), 89–106. https://doi.org/10.1080/0046760940230106
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